Werbung

Nachricht vom 14.05.2021    

Der Hexenweg in Friesenhagen: Erlebnisweg über dunkle Zeiten im Wildenburger Land

Von Katharina Kugelmeier

Ein ganz besonderer Rundweg ist der Hexenweg in Friesenhagen. Auf knappen acht Kilometern erfährt man alles über die dunklen Jahre im Wildenburger Land, als die Hexenverfolgung auf ihrem Höhepunkt war und zahlreiche Menschen grausam verfolgt und schließlich hingerichtet wurden.

Die Rote Kapelle auf dem Blumenberg markiert den damaligen Richtplatz der Hexenverfolgung. Fotos: Björn Schumacher

Friesenhagen. Die Zeiten der Hexenverfolgung sind lange vorbei, dennoch war das Wildenburger Land mit dem Kirchspiel Friesenhagen eine Hochburg dieser grausamen Epoche. Im 16. und 17. Jahrhundert wütete die Hexenverfolgung in ganz Europa und auch in Friesenhagen und Umgebung sind die Erinnerungen an die dunklen Zeiten der Hexenverfolgung lebendig. Entlang des dreistündigen Rundwanderweges um Friesenhagen erfährt man Wissenswertes aus dieser grausamen Zeit und kommt auch an Originalschauplätzen der Hexenverbrennung vorbei.

Start des Hexenweges ist der Parkplatz am Landgasthof Wildenburger Hof. Zunächst geht es steil bergauf in die Wälder rund um Friesenhagen. Hier gelangt man nach dem kurzen Aufstieg rechts auf einen breiteren Forstweg, welcher einen wieder bergab zu einer Straße führt, auf der man den Nädringer Bach überquert. Von dort geht es wieder hinauf auf den Rollsberg und zur Rochuskapelle. Hier wird man mit einem wunderschönen Weitblick über Wiesen und Felder belohnt.

Rote Kapelle. Foto Björn Schumacher

Mit Blick auf die Wildenburg (lohnt sich auch für einen kleinen Abstecher), welche um 1230 erbaut wurde und heute nur mehr eine Ruine ist, geht es einen geteerten Weg runter ins Tal, wo man den Wildenburger Bach überquert. Nach einem erneuten und moderaten Anstieg geht es weiter nach Ziegenschlade, von wo aus es nur noch ein Katzensprung bis hinauf zum Blumenberg und der Roten Kapelle ist. Hier soll sich auch der Richtplatz der Hexen befunden haben, weshalb sich ein Innehalten und Hineinfühlen in vergangene Zeiten anbietet. In den Jahren 1590 bis 1650 wurden hier mehr als 200 Menschen der Hexerei verurteilt und hingerichtet, viele von ihnen bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. An dieser Stelle steht eine mehrere hundert Jahre alte Linde, welche sicher viel über die vergangenen Gräueltaten berichten könnte. Die Kapelle ist der Heiligen Anna geweiht und wurde im 17. Jahrhundert von Franziskaner-Mönchen errichtet.



NR-Kurier Newsletter: So sind Sie immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Wasserschloss Crottorf. Foto: Björn Schumacher

Hinter der Kapelle beginnt nun der Abstieg in das Fachwerkdorf Friesenhagen mit der Kirche St. Sebastianus. Weiter geht es durch den Ort und ein Stück entlang der Straße, bevor man erneut in den Wald abzweigt. Über einen Pfad passiert man die Kreuzkapelle, bevor man im Anschluss das Wasserschloss Crottorf erreicht. Dieses denkmalgeschützte Schloss ist ein ganz besonderes Juwel, gilt es doch als eines der schönsten und besterhaltenen Wasserschlösser des Rheinlands. Im Jahr 1542 wurde der ehemalige Hof von Johann von Selbach zum Wasserschloss umgebaut. Heute ist es Wohnsitz des Graf Hatzfeldt-Wildenburg-Dönhoff und kann an Wochenenden von außen besichtigt werden. Entlang des Wassergrabens führt die Route des Hexenwegs nun zurück zum Startpunkt am Wildenburger Hof.

Der Hexenweg ist eine wirklich schöne und geschichtsträchtige Runde mit tollen Ausblicken und viel Abwechslung. Somit ist er für die ganze Familie geeignet und die Wege sind für die Mitnahme eines Kinderwagens im Großen und Ganzen geeignet. Zu Beginn ist der Anstieg allerdings recht sportlich, weshalb man vor allem mit Kinderwagen eine gute Kondition mitbringen sollte. Für Rollstühle hingegen ist die Strecke leider ungeeignet.


Tour-Informationen zum Hexenweg:

Art: Rundweg
Schwierigkeit: leicht
Strecke: 7,8 km
Dauer: 2 bis 3 Stunden
Steigung: circa 250 Höhenmeter
Familiengeeignet: Ja
Beschildert: Ja
Beschaffenheit: kinderwagentauglich (gute Kondition erforderlich)
Besonderheit: Erlebnisweg
Startpunkt: Wanderparkplatz am Landgasthof Wildenburger Hof in Friesenhagen (Krottof 7, 51598 Friesenhagen)
Zielpunkt: wie Startpunkt

Download GPX-Datei

---
In unserer Facebook-Wandergruppe "Wandern im Westerwald" gibt es übrigens auch ständig schöne neue Ecken der Region zu entdecken.

Haben Sie auch einen Wander- oder Ausflugstipp? Dann schreiben Sie uns gerne an westerwaldtipps@die-kuriere.info. Vielen Dank!


Mehr bei "Verliebt in den Westerwald": Der Hexenweg in Friesenhagen: Erlebnisweg über dunkle Zeiten im Wildenburger Land


Mehr dazu:   Wandern & Spazieren im Westerwald   Freizeit  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       
   

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Freie Fahrt für kleine Künstler bei "Malen statt zahlen"

Blinkende Autoscooter, nostalgische Karussells, lachende Kinderstimmen und süßlicher Duft in der Luft: ...

Natur hautnah erleben: Das Jahresprogramm des Naturparks Rhein-Westerwald

Der Naturpark Rhein-Westerwald und das Forstamt Dierdorf präsentieren ein Jahresprogramm mit über 190 ...

Zwei starke Frauen: Fritz und Hirschberger erhalten Ehrenpreis der Johanna-Loewenherz-Stiftung

Im Roentgen-Museum Neuwied wurde der Ehrenpreis der Johanna-Loewenherz-Stiftung an zwei bemerkenswerte ...

Informationsabend zur Kommunalen Wärmeplanung für Bürger der Verbandsgemeinde Puderbach

Die Verbandsgemeinde (VG) Puderbach lädt alle interessierten Bürger am Montag, 7. April, um 18.30 Uhr ...

Warnung vor Fake-Bußgeldbescheiden vom Kraftfahrt-Bundesamt

Mit dieser persönlichen Warnung möchte unser Redakteur Wolfgang Rabsch auf eine besonders perfide Masche ...

Seniorenzentrum Josef-Ecker-Stift Neuwied erhält 27.500 Euro von der Senatspräsident-Ecker-Stiftung

Das Marienhaus Seniorenzentrum Josef-Ecker-Stift in Neuwied öffnete seine Türen, um die frisch renovierten ...

Weitere Artikel


Sprach-Kitas erhalten Unterstützung durch Bundesprogramm

Durch das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, werden der Kita Katholischer ...

Heddesdorfer Hip-Hop Gruppe war sehr erfolgreich

Nachdem die Hip-Hop Gruppe des TV Heddesdorf bereits im März beim DTHO online Solo Cup sehr gute Platzierungen ...

Corona im Kreis Neuwied: Öffnungen nächste Woche möglich

Im Kreis Neuwied wurden am 14. Mai insgesamt 55 neue Coronafälle für die letzten beiden Tage registriert. ...

1,81 Meter: Für Leon Kuppert geht es hoch hinaus

Drei Athleten der LG Rhein-Wied hatten dank ihrer Kaderzugehörigkeit die Gelegenheit, an den Einladungssportfesten ...

Zwei Unfallfluchten und eine Drogenfahrt

Die Polizei Linz berichtet von einer Drogenfahrt und zwei Unfallfluchten am Mittwoch und Donnerstag, ...

Die Linke: Neuwied benötigt ein Leerstandskataster

Die Fraktion der Linken im Stadtrat hat für die Ratssitzung am 20. Mai beantragt, die Verwaltung möge ...

Werbung