Werbung

Nachricht vom 04.06.2021    

Ein mystischer Ort: Das Pferdsgalgenkreuz

Das Pferdsgalgenkreuz ist ein uraltes Erinnerungskreuz im tiefen Bad Honnefer Stadtwald, weit oberhalb des Stadtteils Selhof. Im Sommer 2020 wurde es schwer beschädigt. Ein Teil der alten Buche, an die das Kreuz genagelt war, stürzte um und begrub es unter sich.

Treffen im Stadtwald am Pferdsgalgenkreuz von links: Jörg Sudmann (Gebäudemanagement), Stadtrevierförster Georg Pieper, Frank Beckmann (Gebäudemanagement), Wolfgang Flume (für den Text) und Bürgermeister Otto Neuhoff. Foto: Stadt Bad Honnef

Bad Honnef. Weil sich aber viele Geschichten rund um das Kreuz ranken, hat das Gebäudemanagement der Stadt Bad Honnef die Überreste gerettet und es in die Hand genommen, das Kreuz wieder aufzustellen. Dazu gab es eine kräftige Finanzspritze eines Bad Honnefer Bürgers. Die Stadt Bad Honnef bedankt sich ganz herzlich dafür.

Alle, die vorbeikommen, ob es nun Geister oder Wanderinnen und Wanderer sind, können das Kreuz wieder bewundern. Bürgermeister Otto Neuhoff sagt beim Abschlusstreffen nach der Restaurierung: „Das Pferdsgalgenkreuz sieht wieder gut aus. In neun Jahren können wir Jubiläum feiern, dann ist es unglaubliche 400 Jahre alt. Die Legende ist erinnerungswürdig, auch wenn es vielleicht nur ein Mythos ist. Schön, dass es mit bürgerschaftlichem Engagement erhalten werden konnte.“

Ein neues Schutzblech schützt das Holz. Wasser von unten kann ihm nichts mehr anhaben, weil es mit Abstand vom Boden auf einen Findling montiert ist. Als Längsbalken wurde ein alter Dachstuhlbalken gewählt. Eine Tafel erklärt, was es mit dem Pferdsgalgenkreuz auf sich hat. Es wurde ein kleines Stück weiter vorne am Wegrand aufgestellt, weil der Baum, an dem es befestigt war, nicht mehr existiert und hier mehr Menschen vorbeikommen.

Ein Stück Holz des Kreuzes lässt sich auf den 30-jährigen Krieg zurückdatieren, denn bei der Restaurierung im Jahr 1954 wurden Spuren der Jahreszahl „ANNO 163-“ gefunden, so steht es in dem Artikel von Dr. Karl Günter Werber in der Honnefer Volkszeitung aus dem Jahr 1990. Ein Trupp schwedischer Soldaten wollte wohl einen Raubzug nach Selhof unternehmen. Einer der Soldaten verfing sich mit den Haaren im Astwerk des Baumes. Stunden später wurde er von einem Bauern tot im Baum hängend gefunden. Vielleicht war es aber auch ein fliehender französischer Soldat oder ein Pferdedieb. „Die Unglücksstelle wurde zu einem mystischen Ort, an dem man ein Kreuz zum Gedenken an ein ‚Gottesurteil‘ errichtete“, hat Wolfgang Flume auf der neuen Tafel neben dem Kreuz geschrieben. Vielleicht war es aber auch eine vorchristliche Opferstätte, die ihren Schrecken durch das Kreuz verlieren sollte.

Jedenfalls wissen viele Bad Honnefer von Existenz des Pferdsgalgenkreuzes und haben sich während der Restaurierung nach dem Kreuz erkundigt. Jetzt können sie es wieder besuchen.

Informationen: https://www.siebengeblogge.de/pferdsgalgenkreuz/
Standort: N 50° 38.0892‘ - O 007° 17.0622‘
Google-Maps-Link: https://goo.gl/maps/XubuPAnT9ApfiEsv8




Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Schwerer Unfall auf der B9: Pkw überschlägt sich bei Kettig und stürzt sieben Meter tief

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Mittwoch (2. April) auf der B9 bei Kettig. Ein mit fünf ...

Amnesty International in Neuwied: Hoffnung für Inhaftierte

Am Samstag trafen sich Mitglieder der Neuwieder Gruppe von Amnesty International mit Interessierten in ...

Einsatzreicher Tag für die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Asbach

Am 2. April erlebten die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Asbach einen besonders einsatzreichen Tag. ...

Aktualisiert: Kienle tot – Händler aus Mülheim-Kärlich deckte Skandal auf

Die aktuelle Episode des Podcasts „Verbrechen von nebenan“ rückt einen der spektakulärsten Oldtimer-Skandale ...

Festlicher Auftakt zu "50 Jahre Wiedhalle" in Roßbach

Mit einer gelungenen Auftaktveranstaltung startete die Festfolge zum 50-jährigen Bestehen der Wiedhalle ...

Erneut Weltkriegsbombe an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz entdeckt

Bei Bauarbeiten an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz wurde erneut eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ...

Weitere Artikel


NABU: Landesweite Fledermauszählung am Wochenende

Bestandsschätzungen von Fledermäusen sind sehr schwierig, da die nachtaktiven Tiere sehr unauffällig ...

Beeindruckende Pflanzenfülle in Rommersdorf

In der Abtei Rommersdorf findet sich eine wahre Gartenvielfalt, manches dort ist nach englischem, anderes ...

Westerwaldwetter: Freitag und Samstag wieder schwere Gewitter

Tiefdruckeinfluss bestimmt mit schwülwarmer und zu Gewittern neigender Luft das Wettergeschehen weiter ...

Ehrungen der Landesfeuerwehr in Katzwinkel: Bewusstsein für Ehrenamt stärken

Ehrungen, die Würdigung der ehrenamtlichen Feuerwehrarbeit und Defizite bei den Impfungen der freiwilligen ...

Impfzentrum Oberhonnefeld 23.587 Dosen - neuer Rekord der „Impfengel“

An sieben Tagen in der Woche, von früh morgens bis spät abends: Das Team des Impfzentrums (IZ) in Oberhonnefeld ...

VG Rengsdorf-Waldbreitbach - Fahrzeug-Vorstellung für Feuerwehr

Die Feuerwehr der VG Rengsdorf-Waldbreitbach beabsichtigt die Beschaffung eines Hilfeleistungs-Löschgruppen-Fahrzeug ...

Werbung