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Nachricht vom 11.11.2021    

Gymnasium Nonnenwerth vor Schließung - Stattdessen Luxuswohnungen?

Von Wolfgang Tischler

Geschäftsführer Peter Soliman hat angekündigt, das Gymnasium Nonnenwerth zum Ende des Schuljahres zu schließen. Neuwieds Landrat Achim Hallerbach und weitere Politiker reagieren darauf „äußerst enttäuscht“ und auch „verärgert“. Laut einem Exposé sollen auf Nonnenwerth Luxuswohnungen entstehen, wie es in einer Pressemitteilung von Ellen Demuth und Erwin Rüddel heißt.

Foto: nonnenwerthretten.de

Region. Solimans Begründung sei völlig unglaubwürdig, sagt Hallerbach und stellt fest: „Ihm geht es offensichtlich nur um das Geld und nicht um die Schule, die Schülerinnen und die Schüler.“ Solimans Verhalten erinnere ihn an das eines Finanz- und Immobilienspekulanten.

Handfeste Möglichkeiten, die Schließung durch den freien Träger zu verhindern, hat die öffentliche Hand allerdings nicht, schon gar nicht der Kreis Neuwied, da die Rheininsel zum Nachbarkreis Bad Neuenahr gehört. „Ich kann nur an Soliman appellieren, die Immobilie zu veräußern. Auf dem freien Markt gibt es genug Interessenten, die sie als Schule weiterführen würden“, sagt er daher.

Parallel dazu ist im Kreis Neuwied die Erstellung eines „Plan B“ im Gange. Aktuell besuchen rund 220 Schüler aus dem Kreis Neuwied das Gymnasium, und das vor Wochenfrist gegebene Versprechen, dass allen Mädchen und Jungen ein alternatives Angebot unterbreitet wird, steht selbstverständlich. Wie Hallerbach ausführt, sind bereits Gespräche mit der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes angelaufen.

Der Kreis ist als Schulträger dabei vor allem dafür verantwortlich, entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten für einen Schulunterricht zur Verfügung zu stellen. Nach derzeitigem Stand sieht es so aus, dass es vor allem am Martinus-Gymnasium in Linz Möglichkeiten gibt, einen größeren Teil der Schüler unterzubringen. „Wir hoffen nach wie vor, dass es dazu nicht kommt, weil das renommierte und traditionsreiche Gymnasium auf Nonnenwerth eine gute Zukunft verdient, aber wir müssen leider auch auf den Ernstfall vorbereitet sein“, sagt Hallerbach.

Die Meinung aus der Politik

„Die Situation für die Nonnenwerther Schule ist schlimm. Für die Lehrerschaft, die Eltern und vor allen Dingen für die Schülerinnen und Schüler. Das Verhalten und die offensichtlichen Irreführungen des Unternehmers und Trägers Soliman stoßen zu Recht vielen Beteiligten sauer auf. Die Zukunft der traditionsreichen Schule zu sichern, war und ist das Ziel aller Initiativen“, erklärt der Bundestagsabgeordnete Martin Diedenhofen (SPD) und ergänzt, dass er fest an der Seite der Schulgemeinschaft stehe.



MdB Erwin Rüddel (CDU): „Gemeinsam mit Ellen Demuth war ich in der vergangenen Woche auf Nonnenwerth. Vertreter von SEB und Schulwerk haben uns die Pläne zum Erhalt der Schule vorgestellt. Diese sind durchdacht und stehen auf einem tragfähigen Fundament. Dies ist Soliman bekannt, aber er leugnet diese Tatsachen nach wie vor.“

Demuth und Rüddel sind erschüttert: „Noch am Dienstag haben ausführliche Gespräche zwischen Herrn Soliman, Vertretern der Schule, Schulwerk und Schulelternbeirat stattgefunden. Dabei erklärte er sich damit einverstanden, dass ein zweites Brandschutzgutachten erstellt werden soll. Nur einen Tag später vollzieht er die Kehrtwende und will alle vor vollendete Tatsachen stellen. Offenbar mit dem Ziel, noch mehr Eltern zu verunsichern, damit sie ihre Kinder auf andere Schulen schicken. Deutlich wird, dass es ihm nur um seine Interessen geht, das Schicksal der Schülerinnen und Schüler und des Kollegiums ist ihm völlig egal.“

Derzeit wird ein gemeinnütziger Verein gegründet, der die Schule übernehmen möchte. Dabei scheint gerade dies nicht im Sinne von Peter Soliman zu sein, denn es kursiert ein Exposé, wonach er auf der Rheininsel Luxuswohnungen bauen möchte, heißt es in einer Pressemitteilung von Ellen Demuth. Demuth und Rüddel: „Am besten wäre, der ganze Kauf würde rückabgewickelt, denn offenbar ging der verkaufende Orden von falschen Voraussetzungen aus. Einem solchen Handeln hätten sie nie zugestimmt.“
(PM/woti)


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