Werbung

Nachricht vom 29.12.2021    

Deichstadtvolleys kommen in Erfurt unter die Räder

Mit einer schwachen Leistung verabschiedeten sich die Damen des VC Neuwied ins neue Jahr. Beim bisherigen Tabellennachbarn Schwarz-Weiß Erfurt reichte es nur zu einem ernüchternden 0:3 (13,14,16).

Nur zu selten konnten sich die Neuwieder Angreiferinnen so erfolgreich wie hier Maike Henning gegen den Erfurter Block in Szene setzen. Foto: Sebastian Dühring

Neuwied. Überraschung vor Spielbeginn: Allrounderin Alexis Conaway war anstelle von Haile Watson als Mittelblockerin nominiert. „Alexis hat sich bereit erklärt, auf die Mitte zu wechseln, um uns zu entlasten, da wir im Mittelblock knapp besetzt sind. Im Training hat sie ihre Sache schon sehr gut gemacht“, begründete Dirk Groß seine Variante. Im Übrigen vertraute er auf Maddy Halteman als Zuspielerin, Lexi Pollard diagonal und Maike Henning sowie Lauren Matias auf der Annahme- und Außenposition.

Die interessanteste Phase des Spiels lag am Spielbeginn. Beide Teams tasteten sich ab, Neuwied konnte bis zum 4:4 mithalten, dann aber entschärfte Erfurts Block einen Angriff Maike Hennings, das Netz tat gleiches mit einem Angriffsversuch von Lexi Pollard, ein nächster Angriff landete im Aus. Erfurt führte mit 7:4 und Dirk Groß wollte mit seiner ersten taktischen Auszeit seine Damen zurück ins Spiel bringen - vergeblich.

Neuwied versuchte sein Angriffsglück fast nur über die Außenpositionen, hatte dabei aber wenig Erfolg. Hinzu kam die hohe Fehlerquote bei Neuwieder Aufschlägen, Erfurt konnte daher nicht genügend unter Druck gesetzt werden, so dass Neuwieder Punktgewinne meist auf Erfurter Eigenfehler zurückzuführen waren. Zum anderen konnte sich Erfurt auf ein starkes Service stützen, das die Neuwieder Annahme heute an seine Grenzen brachte.

Das Zuspiel der Deichstadtvolleys fand daher häufig entweder an der Dreimeterlinie seinen Ausgangspunkt oder Libera Anna Church, die aufopferungsvoll kämpfte, musste aushelfen. Schnellangriffe waren damit ausgeschlossen, so dass sich der Erfurter Block den Neuwieder Außenangreiferinnen widmen konnte, denen dann größtenteils das Durchsetzungsvermögen fehlte, um die Abwehr der Thüringerinnen in Verlegenheit zu bringen. Gegen Satzende kamen Isabelle Marciniak und Sarah Kamarah ins Spiel, konnten aber beim 13:25 keine Trendwende andeuten.

Im 2. Satz übernahmen die Schwarz-Weißen sofort das Kommando, schon beim 3:8 nahm Dirk Groß seine erste Auszeit, doch kamen die Deichstadtvolleys erst beim 4:15 zu ihrem nächsten Punktgewinn. Neuzugang Taylor Slover gab ihr Debut und ließ erkennen, dass sie das Potenzial hat, nach Aufarbeitung des Trainingsrückstands zu einer Verstärkung zu werden. Ihr Bundesligadebut gab auch Regionalligaspielerin Senta Barke mit einem Aufschlag. Einige Punktgewinne hingegen konnte Linkshänderin Lexi Pollard in der Schlussphase des Satzes beisteuern, in der Neuwied noch ein paar Punkte aufholen und Potenzial erkennen lassen konnte.

Im dritten Satz musste die Kanadierin dann ihren Platz für Routinier Sarah Kamarah aufgeben. Erfurt zog zunächst auf 8:3 davon, ließ sich aber dann zur Satzmitte zu Nachlässigkeiten hinreißen, was Neuwied noch den einen oder anderen Punktgewinn bescherte und das Satzergebnis mit 25:16 erträglicher gestaltete.



Zu Spielerinnen des Tages wurde bei Erfurt erneut Stellerin Margaret Speaks, auf Neuwieder Seite wurde Rachel Anderson gewählt.

Fazit: Sicher das bisher schwächste Bundesligaspiel der Neuwiederinnen, lobenswert allerdings die Moral der Groß-Truppe, die mit einer stark kämpfenden Libera Anna Church in der Abwehr fightete und etliche längere Ballwechsel dann noch für sich entscheiden konnte.

Wenig strahlend zeigte sich Rachel Andersson nach ihrer silbernen MVP-Medaille: „Ich weiß, dass wir besser spielen können, deshalb bin ich heute von unserer eigenen Leistung enttäuscht!“

Erfurts Trainer Konstantin Bitter war mit dem Resultat, das seine Truppe vom Tabellenende wegführt, natürlich sehr zufrieden. Ob es ein einfacher Sieg gegen heute schwache Neuwiederinnen gewesen sei? Das verneint er. „Meine Mannschaft hat heute viel Druck gemacht und Neuwied deshalb zu einer so hohen Fehlerquote gebracht“. Neuwied sei daher etwas unter Wert geschlagen worden. „In Erfurt haben wir einige Jahre lang ähnliche Erfahrungen machen müssen und kamen vom Tabellenende nicht weg, Neuwied wird denselben Weg gehen und wird aus solchen Erfahrungen wie heute lernen“.

Sein Neuwieder Kollege Dirk Groß stimmt in seiner Analyse zu. “Erfurt war in allen Belangen gut organisiert und ist viel weiter als wir. Wir sind noch immer nicht erstligareif, irgendwo zwischen zweiter und erster Liga. Deshalb konnte uns Erfurt unter großen Druck setzen, im Angriff waren sie sehr aktiv. Wir leisten uns zu viele Eigenfehler, schon allein im Aufschlag. Die meisten Fehler aber machen wir im Angriff, zu viele Bälle gehen ins Netz oder ins Aus. Es war unser schlechtestes Spiel“, gibt er zu, „aber auch, weil Erfurt fast fehlerfrei gespielt hat“.

Zum nächsten Spiel der Deichstadtvolleys am 5. Januar um 19 Uhr in Vilsbiburg könne also alles nur besser werden. „Das ist unsere nächste Chance, um uns besser zu präsentieren“, gibt der Trainer einen Ausblick auf seine kurzfristigen Ziele. Am 2. Januar beginnen die Vorbereitungen auf dieses erste Rückrundenspiel.
(hw)

Schwarz-Weiß Erfurt: Petter, White, Stautz, Lenz, Liegert, Hurley, Speaks, Maase, Hellvig; Trainer: Konstantin Bittner

Die Deichstadtvolleys: Church, Pollard, Marciniak, Henning, Barke, Conaway, Anderson, Halteman, Bevan-Matias, Kamarah, Slover, Watson, Trainer. Dirk Groß


Mehr dazu:   Deichstadtvolleys Neuwied  
Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Sport


Sportlerehrung für herausragende Leistungen

Zur sechsten Sportlerehrung der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach konnte Bürgermeister Hans-Werner ...

Spannung beim Voltigierturnier: Jubiläumsevent auf Gut Birkenhof

Am 5. und 6. April findet das 31. Voltigierturnier des Reitervereins Kurtscheid (RVK) auf Gut Birkenhof ...

"Mäschder Drehwurm" im Westerwald: Ein sportliches Highlight für alle

Am 26. April findet im Westerwald der beliebte Lauf- und Wanderevent "Mäschder Drehwurm" zum vierten ...

VfL Waldbreitbach erkämpft sich Sieg gegen Tabellenführer im Aufstiegskampf

Die 1. Tischtennismannschaft des VfL Waldbreitbach hat einen entscheidenden Sieg eingefahren. Mit einem ...

Raubacher Sommerbiathlon erweitert um Walking-Klasse

Der 19. Sommerbiathlon der Schützengilde Raubach bringt eine Neuerung mit sich. Am 15. März können erstmals ...

Jörg Dittrich und Gerd Scholze triumphieren bei Winterlaufserie

Die 40. Winterlaufserie des LSV Porz brachte für Jörg Dittrich und Gerd Scholze große Erfolge. Beide ...

Weitere Artikel


87-jähriger Krankenfahrstuhl-Fahrer bei Verkehrsunfall verletzt

Das Verkehrskommissariat 1 der Bonner Polizei ermittelt nach einem Verkehrsunfall am Dienstagmorgen (28. ...

Lebendes Meerschweinchen in Mülltonne entsorgt

Eine Zeugin aus Bad Hönningen wurde am 28. Dezember gegen 13:30 Uhr darauf aufmerksam, dass eine unbekannte ...

Interne Umorganisation: Erreichbarkeit des Finanzamts Neuwied

Aufgrund einer internen Umorganisation im Bereich der Einkommensteuerveranlagung ist das Finanzamt Neuwied ...

Stadt Bad Honnef erhält Förderbescheid für Quartierszentrum Menzenberg

Nun ist es amtlich, die Stadt Bad Honnef hat über die Weihnachtsfeiertage den Förderbescheid für die ...

Mundartgedicht: Immer noch Corona

Der bekannte Heimbach-Weiser Mundartdichter Reiner Bermel hat zum Jahresausklang nachstehend gereimte ...

Begleiten, unterstützen, fördern

Es gibt Orte, die richten sich gezielt an eine bestimmte Zielgruppe – nicht so die katholischen Familienbildungsstätten ...

Werbung