Werbung

Nachricht vom 02.06.2022    

Nach 15 Jahren Pause: Straußenküken im Zoo Neuwied geschlüpft

Sylvia Klosig strahlt wie jemand, der eine frohe Botschaft zu verkünden hat. Seit gut 38 Jahren arbeitet sie als Tierpflegerin im Zoo Neuwied und hat in dieser Zeit mit den ihr anvertrauten Tieren, hauptsächlich Vögeln, viele Höhen und auch ein paar Tiefen durchgemacht. Jetzt jedoch gibt es erfreuliche Nachrichten: Die Afrikanischen Strauße haben Nachwuchs!

Insgesamt sechs Küken haben in Neuwied das Licht der Welt erblickt. (Fotos: privat)

Neuwied. Strauße werden im Zoo Neuwied schon seit den achtziger Jahren gehalten und 1990 gab es hier die erste erfolgreiche Nachzucht in Naturbrut in Deutschland. Während die Hennen wechselten, blieb der Hahn bis ins Jahr 2019 der gleiche: „Franz-Josef war ein ganz toller Straußenhahn und ganz besonders umgänglich für seine Art“, schwärmt die Tierpflegerin, die ihn seit seiner Ankunft im Jahr 1986 betreut hat. „Als er 2019 im hohen Alter gestorben ist, war das wirklich ein schwarzer Tag für mich“, gesteht Sylvia Klosig wehmütig.

Erste Brut des neuen Straußenhahns
Doch auch wenn der neue Straußenhahn „Pierrot“ bei weitem nicht so friedlich ist wie ihr „Franjo“ es war, tröstet der aktuelle Bruterfolg die Revierleiterin über seinen Verlust hinweg. „Pierrot und seine Hennen haben ihre erste Brut instinktsicher gemeistert und dazu gehört bei Straußen eben auch die vehemente Verteidigung des Nestes. Wir haben unsere Arbeitsabläufe an die neue Situation angepasst und die Zäune verändert, um den Tieren und den Mitarbeitenden die nötige Ruhe und Sicherheit zu geben“.

Drei Tage, sechs Küken, eineinhalb Kilogramm schwere Eier
Zwei Monate nachdem das erste Ei im Nest lag, war es soweit: Anfang Mai schlüpften innerhalb von drei Tagen sechs Küken aus den jeweils etwa eineinhalb Kilogramm schweren Eiern. Als Nestflüchter machten die Küken noch am Schlupftag ihre ersten wackeligen Schritte, immer begleitet von den Altvögeln. „Ähnlich wie bei Hühnern nehmen die Eltern die Küken zwischendurch immer wieder unter ihr Gefieder, um sie zu wärmen – Hudern nennt man das“, erklärt Sylvia Klosig. „Das sieht schon wirklich nett aus, wenn bei so einem riesigen Straußenhahn ein winziger Kükenkopf aus dem schwarzen Gefieder schaut“.



Geschlecht erst zwei Jahren augenscheinlich sichtbar
Während der Hahn schwarz und die Hennen grau-braun gefärbt sind, verfügen die Küken über ein überwiegend sandfarbenes Gefieder mit dunklen Sprenkeln, welches sie auf dem Boden der Steppengebiete, wo sie natürlicherweise vorkommen, gut tarnt. Erst nach etwa zwei Jahren bekommen die Vögel ihr geschlechterspezifisch gefärbtes Gefieder. „Bis dahin kann man männliche und weibliche Tiere nur über eine Laboruntersuchung einer Federprobe unterscheiden“, erklärt Sylvia Klosig. Bis ein Ergebnis vorliegt, sind die kleinen Strauße also unbestimmten Geschlechts, und haben auch noch keine Namen. „Aber ich habe da schon ein paar Ideen für meine „kleinen Igel“, keine Sorge“, lacht die Tierpflegerin.

(PM)



Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Kreis Neuwied mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank! Mehr Infos.



Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
     

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Amnesty International in Neuwied: Hoffnung für Inhaftierte

Am Samstag trafen sich Mitglieder der Neuwieder Gruppe von Amnesty International mit Interessierten in ...

Einsatzreicher Tag für die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Asbach

Am 2. April erlebten die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Asbach einen besonders einsatzreichen Tag. ...

Aktualisiert: Kienle tot – Händler aus Mülheim-Kärlich deckte Skandal auf

Die aktuelle Episode des Podcasts „Verbrechen von nebenan“ rückt einen der spektakulärsten Oldtimer-Skandale ...

Festlicher Auftakt zu "50 Jahre Wiedhalle" in Roßbach

Mit einer gelungenen Auftaktveranstaltung startete die Festfolge zum 50-jährigen Bestehen der Wiedhalle ...

Erneut Weltkriegsbombe an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz entdeckt

Bei Bauarbeiten an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz wurde erneut eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ...

Sven Schür äußert sich zu Vorwürfen im Bürgermeisterwahlkampf der VG Puderbach

Im Bürgermeisterwahlkampf der Verbandsgemeinde Puderbach sorgt eine Kontroverse für Aufsehen. Bürgermeisterkandidat ...

Weitere Artikel


Unkel: 14-jähriger Schüler nimmt Drogen mit in die Schule - Vater meldet es Polizei

Am Donnerstagmittag (2. Juni) teilte der Vater eines 14-jährigen Jugendlichen aus Unkel der Polizei mit, ...

Baucontainer in Asbach aufgebrochen - Zeugen gesucht

Im Zeitraum von Mittwochnachmittag (1. Juni) bis Donnerstagmorgen (2. Juni) ist in der Honnefer Straße ...

Zweiter Inselmarkt auf der Wiedinsel: Anmelden und mitmachen

Am letzten Samstag im Juni (25. Juni) wird von 10 bis 17 Uhr der nächste Inselmarkt auf der Wiedinsel ...

Westerwaldwetter: Feuchtwarme Luft bringt unwetterartige Gewitter an Pfingsten

Ab Freitag wird auf der Vorderseite eines Tiefdruckkomplexes über Südwesteuropa feuchtwarme, zu Gewittern ...

Vertreterversammlung der Westerwald Bank kam erstmal nach Corona wieder zusammen

Nachdem in den letzten zwei Jahren das Pandemiegeschehen die Durchführung der Vertreterversammlung nur ...

Nach Vorwürfen sexueller Belästigung: Westerwälder Bezirksdekan Roth tritt zurück

Erst im Dezember 2020 war Winfried Roth zum Bezirksdekan im katholischen Bezirk Westerwald ernannt worden. ...

Werbung