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Nachricht vom 10.09.2022    

Weltneuheit im Stöffel-Park vorgestellt - Vollelektrischer Silo-LKW

Von Wolfgang Rabsch

Mit dem neuen Mid Cab Semi 4x2T liefert die Westerwälder Holzpellets GmbH (WWP) seit dem 29. August den Ökobrennstoff aus eigener heimischer Produktion noch umweltfreundlicher aus. Der Lastwagen wird rein elektrisch angetrieben und nutzt auch zum Einblasen der Pellets beim Kunden ausschließlich den Ökostrom aus der Fahrzeugbatterie.

Markus Mann vor seinem ganzen Stolz. (Fotos: Wolfgang Rabsch)

Enspel. Markus Mann, der geschäftsführende Gesellschafter der Westerwälder Holzpellets GmbH aus Langenbach bei Kirburg, hätte keinen besseren Ort für die Präsentation der Weltneuheit finden können, als die Industriebrache Stöffel Park in Enspel. Als Fahrer Ramon in den Stöffel Park einfuhr, rieben sich die anwesenden Journalisten sowie Geschäftsführer Martin Rudolph vom Stöffel Park, verwundert die Augen, denn plötzlich stand der LKW auf dem Plateau, obwohl man ihn kaum kommen hörte.

Was sind Pellets, und wie werden sie hergestellt?
Pellets bestehen zu 100 Prozent aus naturbelassenem Holz. Sie werden aus Hobel- und Sägespänen, einem Nebenprodukt der holzverarbeitenden Industrie, hergestellt - kein Baum muss dafür extra gefällt werden. Zudem werden ausschließlich Rohstoffe aus der Region verwendet, was die Transportwege besonders kurzhält. So werden unnötige CO₂-Belastungen vermieden.

Wer baut die Weltneuheit Mid Cab Semi 4x2T?
Der Silo-LKW stammt von der Schweizer Firma Designwerk. Der Elektromobilitätsexperte für Nutzfahrzeuge ist Teil der Volvo Group. Designwerk ist auf Spezialfahrzeuge und E-LKW mit großen Reichweiten und Nutzlasten spezialisiert. Der Mid Cab Semi 4x2T basiert auf einem Volvo FM Chassis. In Winterthur rüstet Designwerk dieses mit Antriebsstrang, Batteriesystemen, Steuerungs- und Sicherheitstechnik und Allem, was ein E-LKW braucht, auf.
WWP-Firmenchef Markus Mann erläuterte im Pressegespräch, dass er schon länger auf der Suche nach einer Möglichkeit gewesen sei, um auch die Lieferung der ohnehin umweltfreundlichen Westerwälder Holzpellets ökologisch sinnvoller zu organisieren. Denn wenngleich die Pellets aus Nebenprodukten hergestellt werden, die im WWP-Sägewerk in Langenbach anfallen – das vollständig mit CO₂-neutralem Grünstrom aus Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik und dem firmeneigenen Biomasse-Heizkraftwerk angetrieben wird, die Pelletpressen ihrerseits mit Ökostrom arbeiten: Der Weg der Pellet-Lastwagen vom Werk bis zum Kunden hat bislang einen Teil des überaus geringen CO₂-Fußabdrucks der Westerwälder Holzpellets (10,68 Kilogramm CO₂ pro Tonne) verursacht. Mittels E-LKW soll die Lieferlogistik schnellstmöglich CO₂-neutral werden.

Dabei hilft ab sofort der Mid Cab Semi 4x2T von Designwerk: Seine Batteriesystem-Kapazität von beachtlichen 450 Kilowattstunden (kWh) ist so üppig dimensioniert, dass mit dem LKW nicht nur die höchstens anfallenden 250 Tageskilometer problemlos, auch im Winter und mit Reichweitenreserve bewältigt werden können. Ebenso wird der Kompressor, der für das Einblasen der Pellets in den Bunker der Kunden beim Einsatz des Elektro-Fahrzeugs natürlich genauso notwendig ist wie beim bisher genutzten Diesel-LKW, zusätzlich im Stand von der Batterie des Designwerk E-Lkw angetrieben.



Markus Mann: „Wir achten darauf, dass wir die Pellets nur in einem Radius von bis zu 100 Kilometern um Langenbach herum ausliefern. Mit unserem neuen vollelektrischen Silo-LKW, der eine Reichweite von 250 Kilometern erreicht, dürfte kaum die Gefahr bestehen, dass der LKW während einer Auslieferungsfahrt mangels Leistung stehen bleibt“.

Einige technische Daten und ein Blick in die Zukunft
In Kürze folgen dem Designwerk Mid Cab vier Volvos, die direkt aus dem schwedischen Göteborg in den Westerwald kommen werden. Bis Ende Februar 2023 sollen von zwölf bei den „Westerwälder Holzpellets“ für den Verteilverkehr genutzten schweren 40-Tonnern sieben vollelektrisch unterwegs sein – so wie bereits jetzt die Weltneuheit Designwerk Mid Cab.
Diese ist mit vier Motoren ausgerüstet, die je 125 kW Leistung entfalten. In Summe hat der neueste Lastwagen des Energielieferanten also fast 700 PS. Ein Drehmoment von 3.500 Newtonmeter sorgt für eine „lastwagenuntypische“ Beschleunigung. Zwischen 13 und 14 Tonnen Pellets passen in das 10,36 Meter lange Fahrzeug. Der Designwerk Mid Cab ist von Maut und Kfz-Steuer befreit und wurde vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr finanziell gefördert.

Zwar kostet die Batterie aufgrund ihres Gewichts 850 kg Nutzlast, doch mit einer Ausnahmegenehmigung darf der Elektro-Lkw mit einem höheren zulässigen Gesamtgewicht unterwegs sein, womit das Batteriegewicht ausgeglichen wird.

Markus Mann: „Ein „normaler“ LKW kostet in dieser Größenordnung rund 120.000 Euro. Mit allem Drum und Dran schlägt unser Silo-Lkw mit rund 530.000 Euro zu Buche, von dieser Summe erfolgt jedoch eine 80-prozentige Fördersubventionierung durch den Staat. Ich betrachte die Anschaffung weiterer vollelektrischer Silo-LKW als rollende Investitionen in die Energiewende“.

Praktische Vorführungen durch Fahrer Ramon
Martin Rudolph war natürlich wie gewohnt clever, als das Ausblasen der Pellets aus dem Silo vorgeführt werden sollte, organisierte er auf die Schnelle einige Behältnisse, in die man die Pellets abfüllen konnte. Da die Location „Alte Schmiede“ mit Pellets geheizt wird, kann die kalte Jahreszeit nun ruhig kommen. Auf jeden Fall konnte Ramon beweisen, wie einfach es ist, die Holzpellets über flexible Leitungsrohre in ein Gebäude auszublasen. Das Ausblasen von einer Tonne Holzpellets dauert zwischen fünf und sieben Minuten. (Wolfgang Rabsch)



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