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Pressemitteilung vom 13.03.2023    

NI: Keine Windkraftanlagen im Naturpark bei Monrepos!

Die Naturschutzinitiative e. V. (NI) kritisiert die Planungen der Stadt Neuwied, entlang der Kernzonen des Naturparks Rhein-Westerwald und der FFH-Gebiete "Wälder zwischen Linz und Neuwied" sowie "Felsentäler der Wied" sechs Windkraftanlagen errichten zu wollen.

Noch unberührter Naturpark Rhein-Westerwald. Foto: Günter Hahn

Neuwied. Ebenso lehnt die NI die im Vogelschutzgebiet "Engerser Feld" geplante Freiflächenphotovoltaik entschieden ab. Diese sind weder mit der Schutzverordnung des Naturparks Rhein-Westerwald, noch mit den europäischen Natura 2000-Richtlinien vereinbar.

"Bei der Umsetzung der Energiewende dürfen keine schutzwürdigen Gebiete mit ihren Arten zerstört werden, denn der Verlust von Arten und Lebensräumen wirkt sich schwerwiegender für uns Menschen aus als die Klimaerwärmung. Es ist ein schwerwiegender Irrtum, das Erreichen der Klimaziele mit dem Schutz von Natur gleichzusetzen" sagt Günter Hahn, wissenschaftlicher Fachbeirat der Naturschutzinitiative (NI) und Sprecher des Verbandes im Kreis Neuwied.

Die Wälder um das ehemalige Schloss Monrepos (= französisch "mein Ruheplatz") dienen mit ihren Naturpark-Kernzonen für die Erholung der Neuwieder Stadtbewohner. Erst vor kurzem wurde dort ein Friedwald eingerichtet, um den Toten die nötige Stille zu gewähren. Jetzt plant die Stadt unmittelbar daneben naturzerstörende Windindustrieanlagen, obwohl es sich um ein Schwachwindgebiet handelt. "Schutzgebiete aller Art dienen dem Schutz von Natur, Lebensräumen und der Biodiversität - nicht ihrer Industrialisierung", erklärte Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI. Die Pläne der Stadt Neuwied, aber auch der Märkerschaft in Dierdorf seien unverantwortlich und müssen mit dem Widerstand der Naturschutzinitiative (NI) und der Bürger rechnen, so der Naturschutzverband.



"Dass dort auch die streng geschützten und laut Roter Liste gefährdeten seltenen Wildkatzen nebst stark gefährdeter Fledermaus- und Vogelarten leben, könne nicht ausgeglichen werden. Sogenannte Ausgleichsmaßnahmen funktionieren erfahrungsgemäß zumeist nicht zufriedenstellend", so Hahn weiter.

"Auch die kilometerlangen Zuwegungen durch die europäisch geschützten FFH-Wälder werden zum Problem für die Natur, Wildtiere und Lebensräume. Um von Rodenbach zu den geplanten Anlagen zu kommen, müssen sogar Hohlwege verbreitert und Dämme angelegt werden. Wir werden es nicht zulassen, dass der Naturpark Rhein-Westerwald zum Industriegebiet wird", so Hahn und Neumann.

Der Natur gegenüber respektlos sei die Idee der Stadt Neuwied, mit einem sogenannten "Pilotprojekt Photovoltaik" große Freiflächen im Vogelschutzgebiet zu industrialisieren. "Das kleine Schutzgebiet im Engerser Feld ist ein überregionaler Trittstein für Zugvögel. Eine Verschlechterung ist für Wildgänse und andere Wasservögel, die in den Feldern und auf den Gewässern rasten und Nahrung aufnehmen, verboten. Hierzu kann es keine Ausnahme geben. Sie würde nur dann erteilt werden dürfen, wenn es keine Alternativen gäbe", so Günter Hahn "Und genau diese gibt es aber: Dächer, Parkplätze und Gewerbegebiete im gesamten Stadtgebiet. Photovoltaik gehört aufs Dach und nicht aufs Land", so Hahn. (PM)



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