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Pressemitteilung vom 04.04.2025    

Frühlingszeit, Zeckenzeit: Was Hunde, Katzen & Menschen jetzt wissen müssen

Nach einem milden Winter sind die Zecken wieder unterwegs und machen nicht nur uns Menschen, sondern auch unseren geliebten Haustieren das Leben schwer. Der Stich einer Zecke ist in der Regel harmlos. Die Gefahr besteht jedoch darin, dass die kleinen Blutsauger Krankheiten übertragen können – auf den Menschen ebenso wie auf Hunde und Katzen. "Wenn man eine Zecke entdeckt, sollte sie schnellstmöglich, aber ohne Panik entfernt werden", rät Dr. Barbara Müksch, Leitende Oberärztin der DRK-Kinderklinik Siegen.

Die meisten Zeckenstiche sind ungefährlich, wenn man den Blutsauger schnell entfernt und die Stichstelle eine zeitlang beobachtet. Archivfoto: DRK-Kinderklinik Siegen

Region. Menschen sind für Zecken eigentlich nur Ersatzwirte. Sie bevorzugen Mäuse, Igel, Kaninchen, Rehe, denn wenn sie sich vollgesogen von ihnen wieder fallen lassen, landen sie in der freien Natur, wo sie dann ihren Nachwuchs bekommen. Vom Menschen droht ihnen dagegen kein gutes Schicksal. Manch einer greift zum Feuerzeug oder spült den Blutsauger im Klo weg. Der Ekel vor den Blutsaugern ist teils berechtigt, denn Zecken können Krankheiten übertragen. Trotzdem gilt es, Ruhe zu bewahren.

In Europa können die übertragenen Krankheiten die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose sein. "Mit Symptomen ähnlich einer schweren Grippe, ist die FSME eine behandelbare Viruserkrankung, die aber leider auch schwere neurologische Ausfälle zur Folge haben kann", so Fachärztin Dr. Barbara Müksch von der DRK-Kinderklinke. "Diese Form trat bisher nur in begrenzten Gebieten in Europa auf, südlich der Mainlinie und Osteuropa. Dabei kann sie durch eine Impfung wirkungsvoll verhindert werden."

Dagegen ist die Borreliose eine bakterielle Erkrankung. Sie ist europaweit verbreitet. Allerdings können die Erreger in der Regel erst nach einer Zecken-Saugdauer von rund 24 Stunden übertragen werden. Wenn es nach dem Zeckenstich zu einer Übertragung gekommen ist, treten Erkrankungen der Haut, der Hirnhäute sowie der Gelenke auf. Sehr selten sind auch andere Organe betroffen.

"Leider kommen auch Wochen bis Monate nach dem eigentlichen Zeckenstich Folgeerkrankungen wie eine Hirnhautentzündung oder eine Gelenkerkrankung vor", so Müksch. "Diese sind aber eher selten und heilen mit einer antibiotischen Infusionstherapie fast immer folgenlos aus. Dennoch mussten in 2022 in der Kinderklinik 32 Kinder und Jugendliche an den Folgen eines Zeckenstichs aufwendig stationär behandelt werden.

"Wenn man eine Zecke entdeckt, sollte diese schnellstmöglich, aber mit aller Ruhe entfernt werden", so die Leitende Oberärztin. "Dies geht gut, wenn man sie nahe über der Haut mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange greift und mit Zug aus der Haut entfernt. Manchmal bleibt das Mundwerkzeug in der Haut stecken. Dies ist aber ungefährlich, da es sich lediglich um einen kleinen Fremdkörper in der Haut handelt, ähnlich einem Splitter im Finger." Weiterhin empfiehlt sie, die Stichstelle vier Wochen lang zu beobachten, um bei Hautveränderungen einen niedergelassenen Arzt aufzusuchen.



Ein Zeckenstich ist kein Notfall und in der Regel nicht schlimmer als ein Mückenstich. Die genannten Erkrankungen, die durch den Zeckenstich übertragen werden können, sind die Ausnahme. Zur Vorbeugung empfehlen die Kinderärzte vom Wellersberg bei längeren Aufenthalten im Freien geschlossene und eng anliegende Kleidung zu tragen. So soll es Zecken erschwert werden, an die bevorzugten Hautstellen zu gelangen. Weiterhin macht es Sinn, seine Kinder und sich selbst nach einem längeren Aufenthalt im Grünen nach Zecken umfassend abzusuchen. Die unerwünschten Tierchen können so gefunden werden, bevor sie gestochen haben.

"Bei Reisen in ein gefährdetes Gebiet empfiehlt sich vorher eine Impfung gegen FSME", so Barbara Müksch. Über aktuelle FSME-Hochrisikogebiete informiert die im Internet veröffentlichte Karte des Robert-Koch-Instituts: http://www.rki.de, wenn man den Suchbegriff "FSME Karte" eingibt.

Ein wichtiger Hinweis für Tierhalter: Während der Mensch für Zecken nicht die erste Wahl ist, sollten Tierhalter besonders wachsam sein. Hunde und Katzen verbringen oft Zeit im Grünen und können dort leicht Zecken aufsammeln. Auch wenn die Zeckenpopulation sich bevorzugt an Wildtieren orientiert, um ihren Lebenszyklus zu vollenden, so stellt dies keine Garantie für die Sicherheit unserer Haustiere dar. Kontrollieren Sie daher nach Spaziergängen im Wald oder auf Wiesen regelmäßig das Fell Ihrer Tiere gründlich nach Zecken ab und handeln Sie schnell, wenn Sie einen Blutsauger entdecken. (PM/Red)



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