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Pressemitteilung vom 05.08.2023    

Die Rehkitzretter der Jagdgenossenschaft Linz: Gemeinsam gegen den Mähtod

Die Rehkitzretter aus Linz am Rhein spüren mithilfe einer Wärmebildkamera an einer Drohne Rehkitze, Hasen und anderes Niederwild in Feldern und Wiesen auf. Die Helfer der Jagdgenossenschaft Linz am Rhein sind ehrenamtlich während der Mahd im Einsatz und haben im Herbst 2021 beschlossen, die Drohne mit Wärmebildkamera anzuschaffen, um tierischen Wildnachwuchs zu schützen.

Im Herbst 2021 beschloss die Jagdgenossenschaft Linz eine Drohne mit Wärmebildkamera anzuschaffen, um tierischen Wildnachwuchs zu schützen. (Fotos: Privat)

Linz am Rhein. Nur kurz ist das dunkle Rehkitz im hohen Gras auszumachen, als es versucht, die Flucht zu ergreifen. Mit einem Hechtsprung nach vorne macht sich Alina Plag daran, es zu erwischen und verschwindet dabei ebenfalls in dem Meer aus Grün. Der Wildnachwuchs gibt empörtes Fiepen von sich, als sie ihn sanft an der Hüfte zu packen bekommt und ihn an den Rand des Feldes trägt. Jan Plag hält bereits eine Kitzbox bereit, den er über das Kitz stülpt. Wichtig zu wissen ist, dass die Wildtiere nur mit geruchsneutralen Handschuhen und Gras ist den Händen angefasst werden dürfen. Es muss unbedingt vermieden werden, dass menschlicher Geruch an den Wildnachwuchs gelangt.

An dem hohen Gras hängt der Tau und sorgt dafür, dass die Hose innerhalb weniger Minuten bis über das Knie klatschnass ist. Es ist 7 Uhr morgens - eine Zeit, in der sich die meisten Werktätigen fertig machen und zur Arbeit fahren. Die Rehkitzretter aus Linz dagegen haben da schon drei Stunden Einsatz hinter sich und sind seit gut 4 Uhr sind sie unterwegs.

Der Morgensonne zuvorkommen
Der frühe Start birgt ohne Kaffee seine ganz besondere Herausforderung, hat aber einen guten Grund: Denn die Morgensonne wärmt die Umgebung schnell auf, umso schwieriger wird es daher, die Tiere über die Wärmebildkamera zu entdecken. Und so ist es drei Stunden vorher, als der Tag der Rehkitzretter beginnt, fast noch dunkel, als Stefan und Michael Schmidt die Drohne am Rand eines Feldes starten lassen. "Achtung, Drohne startet!", ruft Stefan Schmidt - und schon hebt das kleine Gerät mit einem Brummen ab, für ein paar Sekunden ist es noch an den grünen Positionslichtern zu erkennen, dann verschwindet es im Grau des Morgenhimmels.



In rund 70 Metern Höhe überfliegt die Drohne jetzt in sich überlappenden Querbahnen das Feld, den Kurs hat Stefan Schmidt bereits vorher einprogrammiert. "Heute ist für uns Großkampftag", erklärt er. Zwischen Mitte Mai und Anfang Juli sind die Rehkitzretter besonders viel unterwegs.

Das Praktische und das Emotionale
Immer mehr Landwirte und Pächter lassen ihre Flächen vor der Mahd kontrollieren. "Zum einen wäre alles Gemähte unbrauchbar, wenn wir ein Kitz erwischt hätten", erklärt der Landwirt. Er ist heute als Unterstützer dabei, er bewirtschaftet die Flächen, die heute gemäht werden sollen. "Und dann ist da auch das Emotionale, was dabei eine Rolle spielt."

Auf dem Display zeigen sich die Wärmequellen als weiße Flecken, die Stefan und Michael Schmidt immer im Blick behalten, während Christoph Schmidt mit einem Klemmbrett danebensteht. Er behält den Zeitplan im Blick und kennzeichnet auf einer Karte Fundorte. "Da ist was!" Auf Stefan Schmidts Signal hin machen sich Alina und Jan Plag mit drei Wäschekörben und Zeltheringen auf den Weg. Fehlalarm, ein Feldhase macht sich schnell aus dem Staub. Dafür erwartet die ehrenamtlichen Tierschützer auf der nächsten Wiese eine ganze Kinderstube, die direkt nach der Mahd wieder befreit werden und von ihren Müttern abgeholt werden.

Landwirte und Jagdgenossen sind sich einig: Vom ersten Start der Drohne an, steht fest, diese Investition hat sich mehr als gelohnt. (PM)


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