Pressemitteilung vom 05.11.2023
VC Neuwied: Pokalaus gegen SC Potsdam
Vor Wochenfrist hatten 1100 Zuschauer den Weg in die Potsdamer MBA-Arena gefunden, um sich Bundesliga-Schlusslicht VC Neuwied anzusehen. Eine mit Stars bestückte Spitzenmannschaft wie die des SC Potsdam lockte ihrerseits lamentable 110 Zuschauer in die Rhein-Wied-Halle. Wer aber trotz der zu erwartenden Niederlage aus sportlichem Interesse gekommen war, brauchte sein Kommen nicht zu bereuen.
Neuwied. Zwar brauchten die Gastgeberinnen etwas Anlauf, um die Scheu vor den großen Namen abzulegen, doch dann lieferten sie zwei Sätze lang einen spektakulären Kampf. Trainer Yağlioğlu überraschte gleich zu Beginn, hatte er doch Amelie Strothoff zu einem Debut in der Startaufstellung verholfen. "Am Dienstag hatte Tigin mir in einem Gespräch in Aussicht gestellt, dass er das vorhat, ich habe aber auf keinen Fall damit gerechnet", erzählt die 18-Jährige, "aber ich habe dann besonders motiviert trainiert. Dass ich heute angefangen habe, hat mich sehr gefreut". Sie hatte ihre stärksten Momente im 3. Satz, als Neuwied nach einem 3:5-Rückstand dank ihrer Aufschlagserie, darunter zwei Asse, eine 8:5-Führung herstellen konnte. "Die war sexy", kommentiert Amelie selbstbewusst. Auf einmal konnte der Neuwieder Block, zu Spielbeginn recht blass, mehrere Male gegen unter Druck geratene Potsdamerinnen zulangen, Karla Fuchs (20), konnte zu einigen Schnellangriffen, oft über Maya Sendner (20) und Laura Broekstra, auflegen. Die Halle ging begeistert mit.
Doch zurück zur Chronologie: Potsdam war von Start an in allen Belangen überlegen, Neuwieder Punkterfolge entsprangen vor allem Einzelleistungen, dem Neuwieder Blockspiel war kein Erfolg beschieden, satztypisch beendete ein Annahmefehler den ersten Durchgang. Das heutige Spiel sei eine Berg- und Talfahrt gewesen, erläutert der Trainer. "Wir haben im ersten Satz zunächst mit Kreativität viel ausprobiert, Dinge, die wir im Training geübt hatten, umgesetzt, aber dann in anderen Elementen des Spiels zu viele Fehler gemacht", spielt er auf Chancenverwertung und Block an.
"Im zweiten Satz haben wir darauf reagiert und etwas umgestellt", erläutert er seine Maßnahmen nach einem 5:13-Rückstand. Auf einmal war nun der Neuwieder Block präsent, Maya Sendner ließ unter dem Jubel des Publikums zwei Killerblocks krachen, Lydia Stemmler schloss sich an, Hilkka Hujanen machte Aufschlagdruck, die Angreiferinnen agierten erfolgreich, Neuwied kam auf 19:21 heran, der Satz schien zu drehen, ehe ein vom Potsdamer Block touchierter Ball, von Schiedsrichter und gut postiertem Linienrichter unbemerkt, seinen Weg ins Aus fand: 21:25 für Potsdam.
Es folgte der schon erwähnte dritte Satz. "Wir haben lange geführt", blickt Yağlioğlu auf tolle Abwehrleistungen, lange Ballwechsel, Kampf und erfolgreiche Angriffe zurück. "Wir müssen aber daran arbeiten, einen solchen Satz auch einmal zu Ende zu spielen. Wir haben unsere Heimstärke genutzt und uns zwei Sätze lang gegen einen starken Gegner gut präsentiert. Es hat Spaß gemacht heute zu spielen und war ein anderes Verlieren als noch vor einer Woche!"
Eine zweite junge Spielerin rückte in den Blickpunkt: Zuspielerin Karla Fuchs wurde mit anderthalb Sätzen Einsatzzeit zur besten Neuwieder Spielerin gewählt. "Es hat echt Spaß gemacht", kommentiert sie ihren Langzeiteinsatz. "Später ins Spiel zu kommen und dann warm zu werden ist immer etwas schwierig. Ab mit diesem Team auf dem Feld, mega cool", gibt sie das erfahrene Lob weiter.
Der Zweikampf David gegen Goliath geht am Samstag weiter. Um 18 Uhr gastiert Allianz MTV Stuttgart in der CGM-Arena Koblenz. Die Deichstadtvolleys wollen in dem Eventspiel vor TV-Kameras (live in Sport1) an das tolle Ambiente und die Leistungen der Vorsaison anknüpfen. red
Die Deichstadtvolleys: Carla Fuchs, Amelie Strothoff, Hilkka Hujanen, Elisabeth Kettenbach, Laura Broekstra, Laura Berger, Lydia Stemmler, Klara Single, Anna Hartig, Maya Sendner, Kristin vom Schemm, Trainer: Tigin Yağlıoğlu
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