Werbung

Pressemitteilung vom 29.04.2024    

Erwin Rüddel zur Aufarbeitung der Entscheidungen in der Corona-Pandemie: Aus Fehlern lernen

Die Entscheidungen während der Corona-Pandemie müssen aufgearbeitet werden. Man sei auf den ersten Blick gut durch die Pandemie gekommen. Die staatlichen Entscheidungen haben aber auch Widerspruch hervorgerufen, der bis heute anhalte, konstatiert der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.

(Foto: CDU)

Berlin/Region. Als Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit in der Zeit der Pandemie hat Rüddel diese Entscheidungsprozesse sehr nah und intensiv begleitet. "Leicht hat sich die oft freiheitseinschränkenden Entscheidungen niemand gemacht", betont der Parlamentarier. "Es wurde intensiv gerungen um beste Lösungen für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land."

Weiter heißt es in der Stellungnahme des Bundestagsabgeordneten: "Die Corona-Pandemie breitete sich ab Frühjahr 2020 rasch aus, sodass in kurzer Zeit weitreichende Entscheidungen getroffen werden mussten. Rückblickend würden wir dabei sicherlich auch manche Dinge anders bewerten und hätten an einigen Stellen andere Lösungen gefunden." Entscheidend sei deshalb, als Gesellschaft zu erarbeiten, was man aus der Pandemie und dem Umgang mit ihr lernen könne und was man gegebenenfalls in der Zukunft anders machen sollte.

"Für eine solche Aufarbeitung braucht es meiner Meinung nach ein Gremium, welches politisch neutral ist und bereits Ansehen in der Gesellschaft findet. Ich könnte mir vorstellen, dass ein solches Gremium beispielsweise beim Deutschen Ethikrat eingerichtet wird. Dies ist aber nicht zwingend. Was es in jedem Fall braucht, ist ein Gremium, an dem sich Wissenschaft, Praktiker in der Versorgung, Bildungsträger, Bürgerinnen und Bürger, Krankenkassen sowie die Verbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer beteiligen können. Eine Enquete-Kommission wäre nach meinem Erachten zu nah an der Politik. Ein Bürgerrat wäre hingegen ebenfalls problematisch - er könnte leicht zum Schauplatz emotionaler Auseinandersetzungen mit fundamentalistischen Impfgegnern und ‚Querdenkern‘ werden. Mir ist absolut wichtig, dass wir ohne voreilige Schuldzuweisungen Lehren aus der Vergangenheit ziehen", betont der CDU-Gesundheitspolitiker.



Auch in der Pandemie immer mehrere Handlungsoptionen
Er weist weiter darauf hin, dass es in der Pandemie immer mehrere Handlungsoptionen gegeben hat und dass im umfangreichen wissenschaftlichen Diskurs stets auch Handlungsalternativen gefordert und intensiv diskutiert wurden. Einzelne Bundesländer seien in ihren Maßnahmen teilweise von der Linie des Bundes abgewichen.

Rüddel: "Bei unseren Entscheidungen haben wir auf der Grundlage der damals vorhandenen Erkenntnisse nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Ich selbst war seinerzeit zunächst eher im ‚Team Vorsicht‘, ab Januar 2022 dann aber im ‚Team Freiheit‘. Ich konnte damals - und kann auch heute noch - die jeweiligen Argumente der Gegenseite verstehen. Im Übrigen hatte ich auch in der Zeit von ‚Team Vorsicht‘ in allen öffentlichen Erklärungen und Reden im Plenum stets dafür plädiert, ‚den Weg zurück in die Normalität‘ im Auge zu behalten."

Wie auch immer der Rückblick auf die Corona-Pandemie und die Aufarbeitung der Entscheidungen sowie deren Folgen gestaltet würde, müsse es im Zentrum darum gehen, mögliche Fehler in der Vergangenheit zu identifizieren, damit sie künftig nicht nochmals geschehen können. Das werde am ehesten durch ein unabhängiges Gremium erreicht werden, welches frei ist von vordergründiger Parteipolitik.

"Während der Hochphase der Virusausbreitung waren viele Bürgerinnen und Bürger mit den getroffenen Entscheidungen zur Eindämmung der Pandemie nicht einverstanden. Risse innerhalb der Gesellschaft sind dadurch vertieft worden. Eine ergebnisoffene Aufarbeitung könnte helfen, diejenigen zu versöhnen, die damals anderer Meinung waren. Das sollte im Sinne des Zusammenhalts unserer Gesellschaft auch unser Handeln bei der Aufarbeitung bestimmen", bekräftigt Erwin Rüddel. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


Landrat verlieh 26 deutsche Staatsbürgerschaften

Noch vor den Festtagen konnte Landrat Achim Hallerbach im Max-zu-Wied-Saal des Kreishauses 26 Frauen ...

Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Puderbach: Herward Geimer

Im Hinblick auf die Wahl des Verbandsgemeindebürgermeisters in Puderbach stellen sich die Kandidaten ...

Millionenzuschüsse für Kita-Ausbau im Kreis Neuwied

Der Landkreis Neuwied investiert kräftig in die Zukunft seiner Kindertagesstätten. Landrat Achim Hallerbach ...

Wahlsieg um jeden Preis? Kontroverser Schlagabtausch im Puderbacher Wahlkampf

Aufgrund der Stellungnahme von Sven Schür zu den Vorwürfen der Parteien SPD, Grüne und CDU hat sich nun ...

Puderbach: Kritik an Verhalten von Bürgermeisterkandidat

Im Verbandsgemeinderat Puderbach wächst die Sorge: Mitglieder mehrerer Fraktionen äußern sich kritisch ...

Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Puderbach: Sven Schür

Im Hinblick auf die Wahl des Verbandsgemeindebürgermeisters in Puderbach stellen sich die Kandidaten ...

Weitere Artikel


Neuwieder Tourist-Info startet mit vier Stadtführungen in den Mai

Dem sprichwörtlichen Ruf zu machen, "was er will", wird der April auch in diesem Jahr mehr als gerecht. ...

Vortrag in Bad Honnef: Schwammstadt als Schutz gegen Überschwemmungen und Hitze

Wie können wir uns gemeinsam vor den Auswirkungen von extremem Starkregen und Hochwasser einerseits und ...

Einbruch in Einfamilienhaus in Melsbach - Polizei bittet um Zeugenhinweise

In der Weiherbergstraße in Melsbach wurde ein Einfamilienhaus Ziel eines Einbruchs. Zwischen Freitagmittag ...

Gewaltprävention für Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung

In den Monaten März und April fanden in den Westerwald Werkstätten der Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen ...

"Fly & Help": Weltstars singen in Mexiko unter Palmen für den guten Zweck

Bei der "Nacht des Deutschen Schlagers" nahe Cancun in Mexiko fand ein außergewöhnliches Charity-Konzert ...

Aufruf der Naturschutzinitiative: Der Igel ist gefährdet - Mähroboter in der Kritik

Die Naturschutzinitiative (NI) möchte mit diesem Aufruf auf die Gefahren für das Tier des Jahres 2024 ...

Werbung