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Nachricht vom 11.05.2024    

Ist das Amt des Bürgermeisters unbeliebt? Auch im Kreis Neuwied gibt es Gemeinden ohne Bürgermeisterkandidaten

Von Tamara Rehn

Im Juni ist es wieder so weit. Die fünfjährige Amtszeit von Bürgermeistern und Ratsmitgliedern neigt sich dem Ende zu und am Sonntag, 9. Juni, finden die Kommunalwahlen, unter anderem für das Amt des Bürgermeisters, in Rheinland-Pfalz statt. Doch was tun, wenn es keine Bürgermeisterkandidaten gibt? Vor dieser Herausforderung sehen sich nun auch Gemeinden im Kreis Neuwied.

Durch Wählen die Verwaltung von Kreis und Gemeinden mitbestimmen (Symbolfoto: Pixabay)

Kreis Neuwied. Bei den am Sonntag, 9. Juni, anstehenden Europawahlen werden im Bundesland Rheinland-Pfalz zusätzlich auch die Kommunalwahlen stattfinden. Wahlberechtigte Bürger haben dann die Möglichkeit neben Vertretern für den Kreistag, Verbandsgemeinde-, Stadt-, Ortsbei- und Gemeinderat auch Bürgermeister und Ortsvorsteher zu wählen. Eine Grundvoraussetzung, um überhaupt jemanden wählen zu können, ist, dass es Kandidaten für die jeweiligen Positionen gibt. Leider tritt vermehrt der Umstand auf, dass sich in Gemeinden und Ortsteilen keine Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters und Ortsvorstehers finden ließen.

Auch der Kreis Neuwied ist davon betroffen. Allerdings ist er noch verhältnismäßig gut mit einem blauen Auge davongekommen, im Vergleich zum Kreis Altenkirchen und dem Westerwaldkreis. Im gesamten Kreis gibt es nur eine Verbandsgemeinde (VG) mit drei Ortsgemeinden, die keine Bürgermeisterkandidaten vorweisen können.

Erstmalig keine Bürgermeisterkandidaten in der VG Rengsdorf-Waldbreitbach
Nicht nur ist es in der VG Rengsdorf-Waldbreitbach zum ersten Mal vorgekommen, dass eine Gemeinde keinen Bürgermeisterkandidaten vorweisen konnte, es sind sogar gleich drei Gemeinden. Außerdem ist die VG die einzige im ganzen Kreis Neuwied, die von dem Problem betroffen ist.

In den Gemeinden Hümmerich, Kurtscheid und Rengsdorf wird es bei den diesjährigen Wahlen keine Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters geben.
Nun braucht jede Gemeinde allerdings einen Bürgermeister. Nach dem Wahlsonntag und den Auszählungen wählt der neu gewählte Gemeinderat einen Bürgermeister, sei es aus dem Rat selbst oder aus der Gemeinde. Auch bei dieser Wahl muss sich zumindest ein Kandidat zur Verfügung stellen.

Ist das Amt des Bürgermeisters nicht mehr erstrebenswert?
Das Amt des Bürgermeisters wird oftmals in Rheinland-Pfalz als ehrenamtliches ausgeübt. Das heißt neben der Arbeit für die Gemeinde, sind die Bürgermeister, sofern diese nicht bereits in Rente gegangen sind, noch in ihrem Hauptberuf tätig. Während der Amtszeit erhalten die Bürgermeister eine Aufwandsentschädigung.



Der noch amtierende Bürgermeister der Gemeinde Rengsdorf Christian Robenek benennt als einen Grund für das mangelnde Interesse an dem Amt die steigenden Anforderungen, mit denen sich die Bürgermeister konfrontiert sehe. Der zeitliche Aufwand, welcher neben der 40-Stunden-Woche eines Arbeitnehmers hinzukommt, würde eine Freistellung vom Hauptberuf von mindestens zwei Tagen in der Woche erfordern, um dem Amt und seinen Anforderungen auch gerecht zu werden, so Robenek. In dieser Situation sieht sich auch der 1. Ortsbeigeordneter Marc Dillenberger. Dillenberger ist im Rettungsdienst tätig und hat sich in der gemeinsamen Gemeindeliste zwar aufstellen lassen, lehnte eine Kandidatur als Bürgermeister aber ab, da er sich nicht in der Lage sieht, beide Arbeiten auszuführen und gleichzeitig beiden auch gerecht zu werden.

Zudem gäbe es zwar die Aufwandsentschädigung, allerdings würde diese nicht ausreichen, damit sich der Bürgermeister überhaupt die Frage stellen kann, während seiner Amtszeit den Hauptberuf niederzulegen, kritisiert Robenek.

Für Robenek ist das aber nicht der Grund dafür, warum er nicht erneut kandidiert. Sowohl er als auch Hümmerichs amtierender Bürgermeister Achim Schmidt haben sich nach zehn Jahren Amtszeit dazu entschlossen, das Feld jemand neuen zu überlassen. Um "frischen Wind hineinzubringen", fasst es Schmidt zusammen und zeigt sich optimistisch, dass sich jemand für das Amt des Bürgermeisters finden wird. Beide Bürgermeister betonten zudem, dass sie gerne das Amt des Bürgermeisters bekleidet haben.

Die Kuriere berichteten auch über die fehlenden Bürgermeisterkandidaten im Kreis Altenkirchen und die fehlenden Bürgermeisterkandidaten im Westerwaldkreis.
(Tamara Rehn)



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