Wahlsieg um jeden Preis? Kontroverser Schlagabtausch im Puderbacher Wahlkampf
Aufgrund der Stellungnahme von Sven Schür zu den Vorwürfen der Parteien SPD, Grüne und CDU hat sich nun der Elternausschuss der Kita Steimel zu Wort gemeldet. Dieser weist die von Schür erhobenen Vorwürfe zurück und zeigt sich sehr bestürzt über die unvorhersehbare Entwicklung, die die ursprüngliche Idee zur Finanzierung des Zirkusprojektes genommen hat.

Puderbach. Der NR-Kurier veröffentlichte am 2. April die Pressemitteilung der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie unterzeichnenden Ratsmitgliedern der CDU im Verbandsgemeinderat Puderbach, in der die bekannt gewordenen Vorwürfe der verbalen Drohung gegenüber einer Mitarbeiterin der Verbandsgemeinde durch den Bürgermeisterkandidaten Sven Schür thematisiert wurden.
Sven Schür nahm zu den Vorwürfen am selben Tag ausführlich Stellung. Er sieht die Spendenaktion des Mitbewerbers Patrick Rudolph als Wahlkampfbeeinflussung und daran hat der Streit laut Aussage von Schür seinen Lauf genommen. Am 22. März hatte Rudolph auf Facebook seine Spende mit Tombola publik gemacht und Sven Schür hat den Beitrag seinerzeit geteilt.
Die Vorwürfe von Schür rief jetzt den Elternausschuss der Kita auf den Plan, der in einer Pressemitteilung wie folgt Stellung bezieht:
"Bereits Anfang Dezember 2024 berichtete die Leitung der Kita, dass sie mit den Kindern ein Zirkusprojekt in der Zeit des Umbaus der Kita durchführen möchte. In dieser Zeit können die Kinder nicht im Gebäude selbst betreut werden und so soll aus der "Not" eine Tugend gemacht werden. Mit dem Projekt können die Kinder nicht nur besser betreut werden, sondern ihnen wird etwas ganz Besonderes in dieser Zeit geboten.
Gestaltet wird dieses Projekt von Pädagogen des Zirkus Baldini. Leider ist ein solches Projekt sehr teuer und kostet mehrere Tausend Euro. Um dieses Projekt finanzieren zu können, haben wir als Elternausschuss unsere Unterstützung angeboten. So kam die Idee mit dem Spendenlauf von Seiten des Elternausschusses zustande. Dass der Termin für diesen Spendenlauf am 5. April gewählt wurde - also einen Tag vor der Wahl ist rein zufällig - fraglich ist, ob der Wahltermin zu diesem Zeitpunkt schon bekannt war.
Wir als Elternausschuss haben im Zuge dessen bereits am 15. März neben sämtlichen ortsansässigen Firmen auch alle vier Bürgermeisterkandidaten mit der gleichen Mail angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Lediglich einer hat sich unverzüglich gemeldet und uns für diese Aktion eine Spende zukommen lassen. Ein paar Tage später hat er mit einer aus freien Stücken veranstalteten Verlosung maximale Unterstützung geboten.
Ein anderer Kandidat meldete sich zwei Wochen später und sicherte ebenfalls seine Unterstützung zu, indem er Lose für die Kinder kaufen und verschenken und auch eventuell mitlaufen möchte. Die zwei weiteren Kandidaten haben sich - stand heute - noch nicht gemeldet.
Uns dabei eine politische Motivation beziehungsweise die Unterstützung nur eines Kandidaten vorzuwerfen, entspricht nicht der Wahrheit und wir weisen dies hiermit entschieden zurück. Vielmehr finden wir es sehr traurig, dass diese Aktion, die wir für die Kinder in die Wege geleitet haben, so in Verruf gebracht wird." Unterzeichnet von acht Mitgliedern des Elternausschusses. red
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