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Nachricht vom 02.04.2025    

Verlobungsring nach der Hochzeit: Tragen oder nicht?

RATGEBER | Die Entscheidung, den Verlobungsring nach der Hochzeit weiterzutragen, ist für viele Paare eine Frage von Tradition und persönlichem Stil. In Deutschland gibt es unterschiedliche Ansätze – von beidem bis gar keinem Ring.

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Traditionen und Trends beim Ringetragen
Die Frage, ob man den Verlobungsring nach der Hochzeit weitertragen sollte, beschäftigt viele frischvermählte Paare. In Deutschland zeigen Erhebungen, dass etwa 63 % der Frauen beide Ringe nach der Hochzeitszeremonie tragen, während rund 27 % zum ausschließlichen Tragen des Eherings übergehen. Die übrigen 10 % finden individuelle Lösungen oder situationsabhängige Kompromisse. Die Herangehensweisen sind vielfältig – von streng traditionell bis modern und pragmatisch. Manche folgen Familientraditionen, andere setzen auf Komfort im Alltag. Kulturelle Hintergründe spielen ebenso eine Rolle wie persönliche Vorlieben und berufliche Anforderungen. Eines ist dabei gewiss: Es gibt keine universell richtige Antwort. Die Entscheidung hängt letztlich von den individuellen Präferenzen, der praktischen Alltagstauglichkeit und der symbolischen Bedeutung ab, die jedes Paar seinen Ringen beimisst.

Historische Wurzeln des Verlobungsrings
Der Brauch, einen Verlobungsring gold diamant zu tragen, reicht Jahrhunderte zurück, und seine Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Was einst als wirtschaftliches Unterpfand galt, entwickelte sich zum Symbol ewiger Liebe und Treue. Im deutschen Kulturraum haben sich bestimmte Traditionen etabliert, die sich jedoch zunehmend mit internationalen Einflüssen vermischen und eine neue Vielfalt an Möglichkeiten schaffen. In vergangenen Jahrhunderten bestimmte hauptsächlich die soziale Stellung, ob überhaupt ein Symbol der Verlobung getragen wurde. Heute steht die emotionale Bindung im Vordergrund, und die Rituale werden individueller interpretiert. Diese Entwicklung spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel wider – weg von starren Konventionen, hin zu persönlicher Bedeutsamkeit.

Weltweite Unterschiede im Ringetragen
Die deutschen Hochzeitstraditionen unterscheiden sich bemerkenswert von amerikanischen Bräuchen! Hierzulande ist es üblich, den Antragsring an der rechten Hand zu tragen, während der Ehering später die linke Hand schmückt. In manchen Regionen wird diese Anordnung nach der Hochzeit beibehalten, in anderen wechselt der Antragsring an die linke Hand zum Ehering. Im Gegensatz dazu kennt die russische Tradition kein separates Verlobungsritual mit eigenem Ring. Skandinavische Länder bevorzugen generell die rechte Hand für beide Ringarten. In Frankreich gilt es als selbstverständlich, dass funkelnde Diamantringe auch nach der Vermählung getragen werden. Die katholisch geprägten Länder Südeuropas pflegen oft die Weitergabe von Familienringen über Generationen hinweg. Die amerikanische Tradition, beide Ringe gemeinsam an einem Finger zu tragen, gewinnt weltweit an Beliebtheit. Jüdische Hochzeitsbräuche wiederum kennen besondere Regeln für die Beschaffenheit des Eherings, der traditionell schlicht und ohne Edelsteine sein sollte. Diese Vielfalt der Hochzeitstraditionen hat ihren Ursprung in alten Überzeugungen – bereits die Ägypter glaubten an eine direkte Verbindung vom Ringfinger zum Herzen durch die sogenannte „Vena amoris“, die Liebesader.

Symbolik von Verlobungs- und Ehering
Die Symbolik von Ringen reicht tief in unsere Kulturgeschichte. Die kreisförmige Gestalt ohne Anfang und Ende verkörpert die unendliche Liebe und ewige Treue zwischen zwei Menschen. Werden Verlobungs- und Ehering gemeinsam an einem Finger getragen, verschmelzen sie symbolisch zu einer Einheit – genau wie das Paar in der Ehe. Der typischerweise mit einem Edelstein besetzte Ring der Verlobung repräsentiert die nach außen sichtbare, strahlende Seite der Liebe. Der schlichtere Ehering hingegen steht für die innere Stärke und Beständigkeit der Verbindung. In ihrer Kombination erzählen beide Ringe die vollständige Geschichte der Beziehung: vom aufregenden Moment des Heiratsantrags bis zur feierlichen Besiegelung des Bundes. Die kreisförmige Gestalt galt bereits in antiken Kulturen als Symbol der Vollkommenheit. Wenn sich zwei solche Kreise vereinen, symbolisieren sie die Verflechtung zweier Lebenswege, die fortan gemeinsam verlaufen. Diese tiefgründige Symbolik von Ringen macht sie zu weit mehr als bloßem Schmuck – sie werden zu täglich sichtbaren Zeichen eines gemeinsamen Versprechens und geteilter Lebenswege.

Vorteile des gemeinsamen Tragens
Das Weitertragen beider Ringe nach der Hochzeitszeremonie bietet zahlreiche positive Aspekte. Es schafft eine sichtbare Kontinuität von der Verlobungszeit zur Ehe und bewahrt die Erinnerung an beide bedeutsamen Lebensabschnitte. Diese Entscheidung kann sowohl emotionale als auch stilistische Vorteile mit sich bringen. Der Ring des Antrags verkörpert den ersten greifbaren Beweis eines gemeinsamen Zukunftsversprechens. Jener magische Augenblick, als der Partner auf die Knie ging, bleibt für immer im Gedächtnis verankert. Ein Blick auf dieses Schmuckstück genügt, um diese Gefühle wieder aufleben zu lassen – ein kostbares Erinnerungsstück an den Beginn der gemeinsamen Reise. Besonders bei Familienerbstücken entsteht eine tiefe Verbindung zu vergangenen Generationen. Der Ring wird zum stillen Zeugen einer fortlaufenden Liebesgeschichte, die über die eigene Beziehung hinausreicht. Psychologisch betrachtet fungiert er als tägliche Erinnerung an die eingegangenen Verpflichtungen und verkörpert damit eine emotionale Bedeutung, die weit über seinen materiellen Wert hinausgeht. Wie Studien belegen, können symbolträchtige Gegenstände emotionale Bindungen stärken und festigen. In herausfordernden Phasen der Beziehung kann der Anblick des Verlobungsrings an die ursprünglichen Gefühle und Versprechen erinnern und so als emotionaler Anker dienen, der das Paar durch stürmische Zeiten begleitet.

Stilistische und traditionelle Aspekte
Zwei Ringe eröffnen deutlich mehr stilistische Möglichkeiten als einer allein. Die Flexibilität, sie gemeinsam oder einzeln zu tragen, erlaubt täglich neue Ausdrucksformen. Der aktuelle Trend zu gestapelten Ringkombinationen erfreut sich wachsender Beliebtheit unter modebewussten Frauen. Die Kombination verschiedener Edelmetalle wie Gold und Platin verleiht dem Erscheinungsbild eine moderne Note. Viele Juweliere bieten speziell geformte „Contour-Ringe“ an, die sich perfekt der Form des Antragsrings anpassen und ein harmonisches Gesamtbild schaffen. Solche durchdachten Ringkombinationen werden schnell zum Blickfang und Teil des persönlichen Stils. Prominente setzen neue Trends, indem sie die Anordnung ihrer Ringe dem jeweiligen Outfit oder Anlass anpassen. Führende Schmuckmarken haben diesen Trend erkannt und entwickeln eigens aufeinander abgestimmte Brautsets, die zusammen ein vollendetes Ensemble bilden. In unserer schnelllebigen Welt schaffen traditionelle Bräuche ein wichtiges Gefühl der Zugehörigkeit und Kontinuität. Das Tragen beider Ringe kann eine bewusste Entscheidung sein, familiäre Werte zu ehren und weiterzuführen.

Nachteile und praktische Überlegungen
Es gibt durchaus überzeugende Argumente, die gegen das tägliche Tragen des Antragssymbols nach der Hochzeit sprechen. Viele Paare entscheiden sich bewusst für einfachere Lösungen im Alltag, sei es aus praktischen Erwägungen oder persönlichen Vorlieben. Der Alltag stellt besondere Herausforderungen an unseren Schmuck, die beim Tragen zweier Ringe deutlich spürbarer werden. Besonders Menschen, die beruflich viel mit den Händen arbeiten – etwa Ärzte, Pflegekräfte, Köche oder Handwerker – erleben die Nachteile unmittelbar. Das tägliche Anlegen und Abnehmen eines wertvollen Verlobungsrings bedeutet zusätzlichen Aufwand. Hervorstehende Edelsteine können leicht an Kleidungsstücken hängen bleiben oder Handschuhe beschädigen. Bei der stundenlangen Arbeit am Computer kann der zusätzliche Ring am Finger unangenehm drücken oder scheuern. Auch die regelmäßige Reinigung beider Schmuckstücke erfordert mehr Zeit und Aufmerksamkeit. Sportliche Aktivitäten vertragen sich oft schlecht mit Ringen, besonders solchen mit gefassten Steinen. Schwimmen, Krafttraining oder sogar alltägliche Tätigkeiten wie Gartenarbeit und Hausputz können komplizierter werden. Für Menschen mit empfindlicher Haut stellt der doppelte Metalldruck am Finger einen weiteren Nachteil dar. Die Entscheidung gegen das tägliche Tragen des Schmucks der Verlobung kann daher die praktischste Option für einen aktiven Lebensstil sein.

Risiken und Minimalismus
Ein Antragsring repräsentiert oft eine bedeutende finanzielle Investition und ist gleichzeitig anfälliger für Beschädigungen als der schlichtere Ehering. Die unendliche Liebe, die er symbolisiert, steht im Kontrast zu seiner materiellen Vergänglichkeit. Juweliere berichten, dass etwa 70 % aller Reparaturaufträge Verlobungsringe betreffen. Besonders die Fassung der Edelsteine ist eine Schwachstelle – selbst kleinste Stöße können dazu führen, dass ein Diamant sich lockert oder herausfällt. Die Kosten für den Ersatz eines verlorenen Steins betragen in Deutschland je nach Qualität zwischen 500 und 5.000 Euro. Eine Schmuckversicherung bietet zwar finanziellen Schutz, verursacht aber jährliche Zusatzkosten. Selbst hochwertigste Fassungen nutzen sich mit der Zeit ab. Auf Reisen steigt das Risiko durch Diebstahl in Hotels oder Verlust beim Baden im Meer. Der ständige Gedanke an den möglichen Verlust oder die Beschädigung eines wertvollen Schmuckstücks kann zudem unbewussten Stress im Alltag verursachen. Die Hinwendung zu Einfachheit und Minimalismus prägt viele Lebensbereiche – auch die Wahl des täglichen Schmucks. Ein einzelner Ehering verkörpert einen klaren, zeitgemäßen Stil, der weniger aufdringlich wirkt und zu jedem Outfit passt.

Alternativen zum täglichen Tragen
Für diejenigen, die ihren Verlobungsring nicht täglich am Finger tragen möchten, gibt es zahlreiche kreative Möglichkeiten. Diese Alternativen erlauben es, die sentimentale Verbindung zum Ring aufrechtzuerhalten, ohne auf die praktischen Vorteile eines schlichten Alltags zu verzichten. Die kreative Umgestaltung eines Rings der Verlobung eröffnet faszinierende neue Möglichkeiten, dieses besondere Schmuckstück im Alltag zu integrieren. Eine beliebte Option ist die Verwandlung in einen Anhänger, der nahe am Herzen getragen wird. Diese Positionierung zwischen den Schlüsselbeinen verleiht dem Schmuckdesign eine besonders intime Bedeutung. Professionelle Juweliere bieten spezielle Fassungen an, die es ermöglichen, einen Ring ohne strukturelle Veränderungen als Anhänger zu tragen. Alternativ kann der Ring auch als zentrales Element eines Armbands dienen – eine elegante Lösung, die das Schmuckstück in einen neuen Kontext stellt, ohne seine Identität zu verlieren. Das selektive Tragen des Verlobungsrings zu ausgewählten Gelegenheiten stellt einen eleganten Kompromiss dar. Besondere Daten im Kalender wie Hochzeitstage, Geburtstage oder Familienfeiern bieten den perfekten Anlass, dieses bedeutungsvolle Schmuckstück wieder hervorzuholen. (prm)

Autor: Bettina Salarno


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