Pressemitteilung vom 03.04.2025
66 Minuten: Escape Room setzt auf Effizienz und Nachhaltigkeit
Der bekannte Anbieter 66 Minuten aus Neuwied kündigt umfassende Änderungen in seinem Geschäftskonzept an. Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Effizienz und ökologische Verantwortung. Welche konkreten Maßnahmen geplant sind, erfahren Sie im Folgenden.

Neuwied. Der Escape Room-Anbieter 66 Minuten, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, stellt sein Unternehmenskonzept um. Ziel ist es, die Wirtschaftlichkeit zu steigern und gleichzeitig ein Bekenntnis zur ökologischen Verantwortung abzugeben. Hintergrund dieser Veränderungen sind steuerliche Nachteile, die das Unternehmen aufgrund der in Neuwied geltenden Umsatzsteuerregelung von 19 Prozent gegenüber dem ermäßigten Satz von sieben Prozent in anderen Bundesländern hat. Diese Regelung kostet 66 Minuten jährlich einen sechsstelligen Betrag. "Die im Grundgesetz verankerte Steuergleichheit gilt hier nicht und Steuerungerechtigkeit zwingt uns, die Wirtschaftlichkeit radikal neu zu denken", erklärt Oliver Grabus, Geschäftsführer des Unternehmens mit fast 30 Mitarbeitenden.
Personal und Ausbildung
Im Zuge der Umstrukturierung wird das Personal reduziert. Nach 13 Jahren endet die FSJ-Kultur-Einsatzstelle, und es werden keine weiteren Auszubildenden mehr eingestellt. Drei fertig ausgebildete Mitarbeitende in unterschiedlichen Berufen wurden bisher übernommen - eine Zahl, die sich für den Betrieb als zu hoch herausgestellt hat. Die aktuelle Auszubildende Sina Lessinger, Gestalterin für immersive Medien, wechselt zum Neuwieder Zoo. Franziska Waked, Marketing-Chefin des Zoos, äußert dazu: "Wir wussten erst nicht, was immersive Medien bedeutet. In Deutschland gibt es nur 13 in dem neuen Beruf? in der Region vier." Zoodirektor Mirko Thiel ergänzt: "Das ist scheinbar ein besonderes Geschenk, das wir gerne von 66 Minuten annehmen."
KI übernimmt Spielleitung
Ab Juli wird in Neuwied ein selbst entwickelter KI-NPC (Non-Player-Character) die Spielleitung übernehmen. Diese Technologie entstand in dreijähriger Entwicklungsarbeit und ermöglicht es einem Spielleiter, künftig drei bis vier Spiele gleichzeitig zu betreuen. Michael Bierhahn, Franchise-Betreiber aus NRW, beschreibt den Trend in der Branche: "Die Branche bewegt sich weg von personalintensiven Formaten hin zu erlebnisorientierten vollautomatisierten Attraktionen." Laura Jung, Fachinformatikerin bei 66 Minuten, hebt hervor: "KI-NPCs senken Kosten und bieten neue Spielmechaniken."
Nachhaltige Maßnahmen
Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine zentrale Rolle in den Neuerungen. "Heizung und Klimaanlage wurden erst kürzlich, großzügigerweise kostenfrei, von der Fürstlich Wiedischen Verwaltung neu installiert, dadurch reduzieren wir den Verbrauch deutlich," sagt Facility-Manager Patrick Junghans. Ab dem 1. Juli werden die immersiven Indoor-Formate mit Licht, Sound, Storytelling, Schauspiel und Spezialeffekten eingestellt. Stattdessen setzt 66 Minuten auf Escape Games mit klarer Rätselstruktur ohne technische Spielereien, wie Wasser in den Räumen oder Bildschirme mit Videos. Marketing-Managerin Nele Nachtsheim beruhigt: "Aber keine Sorge, das wird trotzdem super!" PM/Red
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