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Nachricht vom 19.06.2012    

Deichwiesenhof feiert 550. Geburtstag

Mit einem großen Programm feierte der ganze Ort sein Aushängeschild – Vielfältige Einblicke in die Geschichte des Hauses wurden dargeboten

Bonefeld. Einen Geburtstag der besonderen Art feierte am vergangenen Wochenende der Deichwiesenhof in Bonefeld. Er wurde 550 Jahre alt. Wilhelm II, Graf zu Wied, hatte ihn im Jahre 1462 in der Bonefelder Deichwiese bauen lassen. Bis zum Jahre 1890 war der Hof mit unterschiedlichen Pachtverhältnissen im Besitz der wiedchen Herrschaft. Dann kaufte die Erbengemeinschaft Lücker den Hof.

Erika von Loh (rechts) zeigte den Besuchern, wie sie als Kind den Boden im Deichwiesenhof gebohnert hat. Fotos: Wolfgang Tischler

Philipp Lücker, Bürgermeister von Bonefeld (1897 – 1902), renovierte den Hof und errichtete die Gastwirtschaft und einen Tanzsaal. Wechselnde Pachtverhältnisse und Renovierungen und Ausbauten bestimmten das Leben des Hofes bis Ende der achtziger Jahre. Dann verfiel das Gebäude zusehend, Eigentümer war mittlerweile eine Bank, dies aber nicht freiwillig.

Die damals gegründete Rengsdorfer Theatergruppe, die heute noch im Deichwiesenhof spielt, renovierte liebevoll den Saal soweit, dass sie dort spielen konnten. 1992 entschloss sich dann die Gemeinde nach langen Abwägungen zum Kauf des Gebäudes und 1997 wurde es umfassend renoviert und in den heutigen Zustand gebracht.

Die Neueröffnung fand im Jahre 1998 statt und die verpflichtete Wirtin Elke Klingenberg ist die gute Seele des Deichwiesenhofes geworden. Miss Elli, wie sie genannt wird, kann ihre Gäste auf vielfältige Art unterhalten. So trat sie am vergangenen Samstagabend bei der Geburtstagsparty als Hildegard Knef auf die Bühne und ließ es „Rote Rosen regnen“. Eins muss man klar herausstellen, „Miss Elli“ singt live.

Durch das umfangreiche, hoch interessante Festprogramm führte die Gruppe Saalü. Herr Müller, sein Assistent Herr Welte und die Praktikantin Frau Drops hatten allerlei Spaß, Kabarett, aber auch ernsthaftes im Gepäck. So interviewten sie Bürgermeister Claus Gördes und das Bonefelder „Urgestein“ Claudia Runkel. Sie ließen Claus Gördes mit einem Satz erklären, warum Bonefeld so schön ist. Kein normaler Satz, den der Bürgermeister zu der Hintergrundmusik „Je t’aime“ sprach, sondern eine Liebeserklärung, die ihresgleichen sucht.



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Eine Abordnung der Theaterfreunde Rengsdorf spielte den Verkauf des Hofes nach. Die Besucher sahen, wie früher der Boden gebohnert wurde. Wer hätte dies besser erklären können als Erika von Loh, die als Kind höchstpersönlich mitgeholfen hat den Boden des Tanzsaales in Ordnung zu bringen. Im Interview auch zwei ehemalige Pächterehepaare des Deichwiesenhofes. Der Akkordeonclub leitete unter anderem mit dem Burschenlied, das der ganze Saal im Stehen mitsang, die Halbzeitpause ein.

Im zweiten Teil gab es eine „Weltpremiere“, wie es der Herr Müller von Saalü nannte: Erstmalig stand der MGV Bonefeld gemeinsam mit dem Frauenchor Bonefeld auf einer Bühne. Interessant war die Bilderschau des Burschenvereins, die Örtlichkeiten und Feste von früher mit heute verglich.

Das Thekengespräch auf der Bühne brachte auch so einiges Erheiterndes ans Tageslicht. Die offiziellen Feierlichkeiten, die erst nach Mitternacht endeten, umfassten insgesamt 30 Programmpunkte, die den Besuchern viel Freude und Spaß bereiteten. 550 Jahre Deichwiesenhof waren auch 550 Jahre Leben in Bonefeld und da gab es unheimlich viel zu berichten. Im Prinzip wäre es viel mehr, als nur ein abendfüllendes Programm gewesen. Wolfgang Tischler


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