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Nachricht vom 28.09.2013    

DAK-Gesundheitsreport 2012 für den Kreis Neuwied

17 Prozent mehr Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen – Wert liegt weit über dem Landesdurchschnitt – Stress im Beruf macht krank

Neuwied. Der Krankenstand in den Landkreisen Neuwied und Ahrweiler – beide Kreise werden von der DAK-Niederlassung in Neuwied aus verwaltet - ist 2011 deutlich gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen wie in Rheinland-Pfalz insgesamt um 0,3 Prozentpunkte zu. Mit 3,7 Prozent liegt die Region aber unter dem Landesdurchschnitt. Das sind Ergebnisse des soeben von der Krankenkasse DAK vorgelegten Gesundheitsreports 2012.

Damit waren an jedem Tag des Jahres 2011 von 1.000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 37 krankgeschrieben. Der höchste Wert in Rheinland-Pfalz wurde mit 4,6 Prozent im Landkreis Pirmasens und der Südwestpfalz gemessen. Den niedrigsten Krankenstand hatte erneut mit 3,5 Prozent die Landeshauptstadt Mainz und der Landkreis Mainz-Bingen.

Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für die Landkreise Neuwied und Ahrweiler hervorgeht, stiegen im Vergleich zum Vorjahr bei fast allen Diagnosen die Ausfalltage an. Den deutlichsten Anstieg gab es mit fast 21 Prozent bei den Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis. Hier waren die Behandlungszeiten je Fall länger als im Vorjahr.

Die Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Depressionen stiegen um fast 17 Prozent. Bei dieser Diagnose liegt die Region jetzt deutlich über dem Landesschnitt in Rheinland-Pfalz. Auch aufgrund von Rückenleiden waren mehr Menschen arbeitsunfähig als ein Jahr zuvor. Dagegen gingen die Krankschreibungen aufgrund einer Erkrankung des Verdauungssystems um fast sechs Prozent zurück. Bei den Verletzungen wie Arbeitsunfällen reduzierten sich die Fehltage um rund drei Prozent.

„Die Höhe des Krankenstandes in der Region zeigt Handlungsbedarf auf“, kommentiert Friedhelm Born, Chef der DAK-Gesundheit in Neuwied die Ergebnisse. „Gesund leben und arbeiten gehören eng zusammen. Im Alltag ist es wichtig, dass sich die Menschen richtig ernähren, entspannen und bewegen. Die Arbeitgeber können über ein Gesundheitsmanagement den Krankenstand im Unternehmen beeinflussen. Aktuelle Studien zeigen, wie gezielte Rücken- oder Anti-Stress-Kurse positiv wirken. In Sachen betrieblicher Prävention beraten und unterstützen wir gerne.“

Einen besonderen Akzent setzt die Krankenkasse 2012 mit einer neuen Aufklärungskampagne: Im Beruf lauern bislang unbekannte Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Nach aktuellen Gesundheitsstatistiken ist der Infarkt die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. In Rheinland-Pfalz verstarben im Jahr 2010 insgesamt 3.309 Personen an einem Herzinfarkt. Bislang wurden zur Vorbeugung vor allem die klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht beachtet. Der neue DAK-Gesundheitsreport zeigt dagegen auf, dass auch Stress und Frust im Beruf das Infarkt-Risiko deutlich erhöhen können. „Herzinfarkte sind schon lange keine Managerkrankheit mehr“, sagt Born.



Fehlende Belohnung im Beruf macht krank
Nach einer repräsentativen Untersuchung leiden in Rheinland-Pfalz 9,8 Prozent der Berufstätigen an einer sogenannten beruflichen Gratifikationskrise. Im Nachbarland Baden-Württemberg sind es im Vergleich nur 6,3 Prozent. „Die Menschen haben Stress im Job, weil sie sich für ihre Anstrengungen im Beruf nicht ausreichend belohnt fühlen“, erklärt Friedhelm Born von der DAK-Gesundheit. „Dadurch verdoppelt sich bei den Betroffenen das Risiko für eine schwere Herzerkrankung.“

Während bundesweit vor allem Facharbeiter und Arbeiter an dieser Krise leiden, sind Selbstständige und Freiberufler nur selten betroffen.

Bei der Belohnung spielen vor allem das Gehalt, die Anerkennung durch Vorgesetzte und ein sicherer Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Als Belastungen werden Zeitdruck, Störungen und vermehrtes Arbeitsvolumen genannt. Sind erlebte Belastungen und Belohnungen nicht mehr ausgeglichen, sprechen Experten von „Gratifikationskrise“. Jeder zweite Betroffene schätzt auch seinen Gesundheitszustand als schlechter ein. Tatsächlich leiden die Personen häufiger unter Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit.

Betriebliches Gesundheitsmanagement nutzen
„Obwohl diese sehr gestressten Arbeitnehmer ihr erhöhtes Gefährdungspotenzial kennen, kümmern sie sich nicht stärker um ihre Gesundheit“, betont Born. „Hier sollten Unternehmen mit ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen, um die Betroffenen zu unterstützen.“ Die DAK-Gesundheit empfiehlt Arbeitnehmern außerdem neue Internetangebote zur Entspannung und zur besseren Bewältigung des Alltags. Informationen gibt es in jedem Servicezentrum der Krankenkasse oder unter www.dak.de



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