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Nachricht vom 18.03.2013    

Energiewende im Kreis Neuwied möglich

In Oberraden wurde das integrierte Klimaschutzkonzept mit dem Teilkonzept Erneuerbare Energien des Landkreises Neuwied vorgestellt. Das Konzept wurde mit den kooperierenden Verbandsgemeinden Asbach, Bad Hönningen, Dierdorf, Puderbach, Rengsdorf, Waldbreitbach und Unkel sowie der Stadt Neuwied erarbeitet.

Die Akteure des Abends von links: Michael Mahler, Achim Hallerbach, Dr. Ulrich Kleemann, Prof. Dr. Peter Heck, Priska Dreher und Moderator Philipp Jung. Fotos: Wolfgang Tischler

Oberraden. Der erste Kreisbeigeordnete konnte am vergangenen Freitag ein volles Haus in Oberraden zum Thema „Energiewende im Kreis Neuwied“ begrüßen. Ministerin Lemke war verhindert, für sie kam Dr. Ulrich Kleemann, Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD). Mit am Podiumstisch saßen der Vorsitzende der Kreisgruppe des Gemeinde- und Städtebundes, Bürgermeister Michael Mahlert und Prof. Dr. Peter Heck, geschäftsführender Direktor des Institutes für angewandtes Stoffstrommanagement in Birkenfeld. Für die Moderation des Abends zeichnete Philipp Jung verantwortlich.

In seiner Begrüßungsrede zitierte Achim Hallerbach Raiffeisen, der wahrscheinlich heute seine Feststellung aus dem Jahre 1879 wiederholen würde: „Wir müssen uns selbst helfen. Alle Bedingungen sind vorhanden, alle Mittel und Kräfte stehen uns reichlich zu Gebote. Wir brauchen dieselben nur zur Anwendung zu bringen.“

Hallerbach testierte, dass der „weltweite Energieverbrauch weiter zunehmen werde und die Energiepreise damit weiter steigen“. Bekanntlich werden die Energiepreise heute von multinationalen Konzernen bestimmt „Wir haben die Chance, eine regionale Energiewende zu organisieren. Die Mittel und Ressourcen sind vorhanden!“, rief Hallerbach den Besuchern zu.

In dem für den Landkreis Neuwied entwickelten Integrierten Klimaschutzkonzept kommt Prof. Heck zu dem Ergebnis, das wir jetzt die Chance haben die Region in eine Null-Emissions-Region um zu gestalten. Der Landkreis kann die Energieversorgung regional und regenerativ organisieren und sich damit ein großes Stück unabhängiger von Großkonzernen und Risikoländern machen.

„Das Geld des Dorfes dem Dorfe!“, daran erinnerte Achim Hallerbach, in dem er das Motto Raiffeisens zitierte. „Wir haben die Chance Mehrwert und regionale Wertschöpfung zur Steigerung des Gemeinwohls daraus abzuleiten, wenn es uns gelingt in einer offenen gesellschaftlichen Debatte unsere Kräfte zu bündeln“, fuhr der erste Kreisbeigeordnete fort.



Das Thema Windkraft wird derzeit hochemotional in unserer Region diskutiert. Hallerbach warb für eine neue Akzeptanzstrategie: „Bürger müssen mit ihren individuellen Sympathien für die Energiewende und den Naturschutz in die Planung und die Umsetzung eingebunden werden. Die ablehnende Haltung der Naturschutzverbände, die ich vielfach nachvollziehen kann, beruht auf der Sorge, dass ein substantieller Schutz von Natur und Landschaft bisher fehlt.
Diesen Interessensausgleich gilt es nun zu organisieren!“

Dr. Kleemann ließ wissen, dass aus Sicht der SGD bei dem Ausbau der Windkraft die „Windhöffigkeit die oberste Priorität hat. Im Kreis Neuwied gibt es viele Standorte, wo die Höffigkeit grenzwertig ist.“ Interessant war die Vorstellung des Konzeptes durch Prof. Heck. Für ihn ist das Ziel des „Null-Emissions-Landkreises Neuwied“ durch die Erschließung der verfügbaren regionalen Potenziale und unter Einbeziehung der gesellschaftlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Privathaushalte bis zum Jahr 2050 zu erreichen. Heck empfahl die Gründung eines Netzwerkes, um alle Gruppen, insbesondere den Verkehrssektor, die privaten Haushalte und deren Wohngebäude und die Industrieunternehmen zu erreichen.

Eins machte Prof. Peter Heck ganz deutlich: „Die skizzierten Maßnahmen zur Energieeinsparung, Energieeffizienz und zur Erschließung der Erneuerbaren-Energien-Potenziale bieten die Chance enormer Wertschöpfungseffekte für die regionale Wirtschaft.“ Wolfgang Tischler



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