Werbung

Nachricht vom 06.02.2014    

Vorerst keine Windenergie in der Kuhheck

Der in Marienhausen geplante Windpark darf vorerst nicht errichtet werden. Dies entschied das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz. Bürgerinitiative, Naturschutzverbände und Ortsgemeinden fordern den Investor auf, seine Pläne endgültig aufzugeben. Gemeinsame Stellungnahme der BI „Rettet die Kuhheck e. V.“, der Naturschutzverbände BUND, NABU, GNOR und der Ortsgemeinden Freirachdorf, Mündersbach und Roßbach.

Vorerst hat der Naturschutz in der Kuhheck gesiegt. Foto: Wolfgang Tischler

Dierdorf. Nachdem das Verwaltungsgericht Koblenz dem Eilantrag des BUND stattgegeben hatte, bestätigt nun auch das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz in eindeutiger Art und Weise, dass der Natur- und Artenschutz das Interesse des Investors an der sofortigen Errichtung der von der Kreisverwaltung Neuwied genehmigten Windenergieanlagen überwiegt.

Weiterhin bestätigt das OVG die Auffassung, dass eine „vergleichsweise geringe Windhöffigkeit“ keinen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen erwarten lässt. Damit handelt es sich auch um einen Verstoß gegen den Landesentwicklungsplan (LEP IV), wonach Windenergieanlagen nur an windhöffigen Standorten konzentriert werden sollen. Dies ist in der Kuhheck nicht der Fall.

„Wir begrüßen es außerordentlich, dass das OVG die Antrags- und Klagebefugnis des BUND als anerkannter Naturschutzverband ausdrücklich bestätigt hat. Diese Entscheidung wird für die Natur- und Umweltschutzverbände auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Der Versuch des Investors EAP EnBW ALTUS, Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Karlsruhe, die Naturschutzverbände in ihren demokratischen und legitimen Rechten beschneiden zu wollen, ist damit eindeutig. gescheitert. Windenergieanlagen an diesem völlig ungeeigneten Standort werden die Naturschutzverbände nicht zulassen“, erklärt BUND Landesvorsitzender Harry Neumann.

„Gemeinsam mit der Bevölkerung der Ortsgemeinden in Freirachdorf, Mündersbach, Roßbach sowie den Naturschutzverbänden werden wir die hier geplanten Windanlagen notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof beklagen, sollte der Investor weiterhin an seinen Plänen festhalten. Hierfür haben wir einen Solidaritätsfonds gegründet, der die dazu erforderlichen finanziellen Mittel langfristig sicherstellt, “ betonen die Sprecher der BI „Rettet die Kuhheck. V.“ Ilse Bracher und Torsten Schumacher.



„In diesem Punkt stehen wir im Interesse der Bürgerinnen und Bürger sowie des Natur- und Artenschutzes unverrückbar zusammen“, unterstreicht Wilfried Oettgen, Ortsbürgermeister von Roßbach im Namen der betroffenen Ortsgemeinden.

Darüber hinaus wird die Verbandsgemeinde Dierdorf aufgefordert, bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes die Kuhheck nicht weiter als Vorrangfläche für Windenergie zu betrachten, da dies offensichtlich rechtswidrig wäre.

Abschließend ruft die BI die Bevölkerung dazu auf, auch zukünftig wachsam zu sein, und sich für den Schutz der Horste, insbesondere der von Rotmilanen und Schwarzstörchen, einzusetzen. Veränderungen oder unerlaubte Tätigkeiten sollten fotografiert, dokumentiert und an die BI oder den BUND gemeldet werden.

„Darüber hinaus stellt nach dem Verwaltungsgericht Koblenz auch das Oberverwaltungsgericht einen erheblichen Mangel bei der Entscheidung der Kreisverwaltung Neuwied als Untere Immissionschutzbehörde fest, die fachliche Einschätzung der Oberen Naturschutzbehörde einfach außer Acht gelassen zu haben. Auch in diesem Punkt werden wir in unserer bisherigen Argumentation bestätigt“, betonen die Ortsbürgermeister Raimund Schneider, Freirachdorf und Helmut Kempf, Mündersbach.


Lokales: Dierdorf & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Informationsabend zur Kommunalen Wärmeplanung für Bürger der Verbandsgemeinde Puderbach

Die Verbandsgemeinde (VG) Puderbach lädt alle interessierten Bürger am Montag, 7. April, um 18.30 Uhr ...

Warnung vor Fake-Bußgeldbescheiden vom Kraftfahrt-Bundesamt

Mit dieser persönlichen Warnung möchte unser Redakteur Wolfgang Rabsch auf eine besonders perfide Masche ...

Seniorenzentrum Josef-Ecker-Stift Neuwied erhält 27.500 Euro von der Senatspräsident-Ecker-Stiftung

Das Marienhaus Seniorenzentrum Josef-Ecker-Stift in Neuwied öffnete seine Türen, um die frisch renovierten ...

Treffpunkt für Trauernde: Austausch und Unterstützung in Neuwied

Der Neuwieder Hospizverein bietet Eltern, die um ein erwachsenes Kind trauern, einen besonderen Treffpunkt. ...

Aktualisiert: 14-jähriger Junge aus Oberraden wohlbehalten gefunden

Seit dem 11. März galt San Luca S. aus Oberraden als vermisst. Die Suche nach ihm hielt die Region in ...

Ameisenbär "Bramble" ist umgezogen

"Schau mal Mama, den haben wir ja noch nie gesehen!" Das Mädchen drückt die Nase an die Fensterscheibe, ...

Weitere Artikel


Sanierung Biogasanlage Anhausen noch in Abstimmung

Ursprünglich sollte die Sanierung der Biogasanlage in Anhausen längst abgeschlossen sein. Die Mischung ...

Bäume müssen für Kanalbau weichen

Notwendige Arbeiten zur Entlastung des Raiffeisenrings in Neuwied bedingen die Fällung von Bäumen. Die ...

CDU schlägt Lothar Heß für Oberbieber vor

Der CDU-Vorstand in Oberbieber war sich schnell einig: Er hält Lothar Heß für den richtigen Mann für ...

Ortsbild von Großmaischeid im Blick

Auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung des Arbeitskreises „Ortsbild/Ortsstrukur“ Großmaischeid ...

Wohnungsbrand in der Heddesdorfer Straße Neuwied

Am Mittwochabend, 5. Februar um 21.40 Uhr wurden die Rettungskräfte in die Heddesdorfer Straße nach ...

Neuwied fiebert großer Kulisse gegen Ratingen entgegen

Die Bärenfamilie fiebert dem kommenden Wochenende entgegen: Am Sonntagabend werden zum Heimspiel gegen ...

Werbung