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Nachricht vom 23.03.2014    

Stress im Urbacher Champus-Express

Die Turnhalle des Jugendheims hatte die Theatergruppe im Kirchspiel Urbach in eine Bahnhofshalle verwandelt. Hinweisschilder leiteten die Besucher zu den Gleisen 01 bis 14, die Abfahrt des „Interlux-Express“ Flensburg – Urbacher Wald – Wien auf Gleis 12 war für 20.11 Uhr geplant. Diverse Koffer standen schon an der Bahnsteigkante bereit.

Auch die Kripo war im Champus-Express unterwegs. Fotos: Wolfgang Tischler

Urbach. Der Fahrplan wurde trotz der Durchsage, der Zug habe einige Minuten Verspätung, sehr genau eingehalten. Denn zunächst sagte der Zugchef (Martin Fleckner) Verhaltensregeln an und der Schaffner (Heiko Marme´) schwang zu dem Bahn-Song der Wise Guys die Beine.

Dann gab der Vorhang den Blick frei auf ein sehr authentisches Bordbistro mit originalem Bahn-Inventar. Sofort ging der Stress los im so genannten „Champus-Express“, einer privatisierten Zuglinie mit gut situierten Fahrgästen: Ein reisender Versicherungsvertreter (Joachim Urban) hatte zwar eine Fahrkarte, die in diesem Zug jedoch gerade nicht galt. Das Bestreben, eine möglichst erschwingliche Zuschlagkarte zu erstehen, erwies sich trotz Unterstützung seitens des Zugchefs als bürokratischer Irrsinn.

Ebenso das Ansinnen eines sportlichen Bahnkunden (Nico Deneu), der sein Fahrrad im Zug mitnehmen wollte. Eine eifrige Reinigungskraft (Heike Dilthey) versuchte ihren Job zu machen. Das Pendlersparangebot verlockte eine Oma (Kerstin Knop) mit ihrem jüngsten Enkel, „dem kleinen H.W.“ (Heiko Marme´) den Champus-Express zu nutzen. Daneben verlangten Reisende im Bistro mit Speisen und Getränken bedient zu werden. Ein Ansinnen, das die arbeitsscheue Service-Kraft Gertrud (Anke Marme´) mit ihrem unfreundlichen Verhalten weitgehend abschmettern konnte.

Zu allem Überfluss plante das Gaunerpärchen Kati (Dorothee Deneu) und Rudolf (Hans Nussbaum) mit einem todsicheren Plan einen Überfall auf die Kasse des Bordbistros. Dass die beiden dabei sehr ungeschickt vorgingen, mag der Tatsache geschuldet sein, dass der Räuber „als Kind mit dem Kopf gegen das Schleusentor geschwommen“ ist. Der geniale Plan, mit der Beute beim Halt im Urbacher Wald zu verschwinden, scheiterte mit der Durchsage: „Wegen einer Störung im Betriebsablauf hält dieser Zug heute nicht im Urbacher Wald. Die Fahrgäste werden gebeten, in Wien umzusteigen“ Und in internationalem Bahn-Englisch: „Bitte beachten: we have a Störung in se Betriebsablauf, se train hält daher not at Urbacher Wald!“



Nun ging ein Versteckspiel mit dem Geld los, das so viele Verwicklungen auslöste, dass selbst Gangster Rudolf stöhnte: „Das ist ja ein Irrenhaus auf Schienen!“

Das Eintreffen der Polizei mit laut knatternden Hubschraubern, Hunden, Spurensicherung und Kripo-Beamten machte die Situation noch verzwickter. Denn es fehlte eine Täterbeschreibung und außer einem Rucksack mit Hammer und Holzkeilen fand die Polizei keine Spuren.

Die Handlung erfuhr eine überraschende Wende, sodass ausgerechnet Service-Kraft Gertrud am Ende feststellen konnte: „Wenn ich Sie wär, dann wär ich lieber ich.“

Das Publikum erlebte bei der Theateraufführung einen stressfreien vergnüglichen Abend. Die Idee mit dem Champus-Express, der im Urbacher Wald Halt macht, fand allgemeine Zustimmung. Das wäre doch ein profitables Wahlkampfthema für die Politiker. Wer die Haltestelle Urbacher Wald durchsetzt, kann auf die Stimmen der Westerwälder zählen. Für alle Kommunalpolitiker und Theaterfreunde ist noch Gelegenheit zum Zusteigen am Sonntag, 23. März, um 14 und 19 Uhr in Urbach. Am Freitag, 4. April und Samstag, 5. April, jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, 6. April um 14 und 19 Uhr spielt die Theatergruppe im Kultur- und Jugendzentrum Oberhonnefeld. Tischler




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