Werbung

Nachricht vom 06.02.2015    

Aktionswoche „Vergessenen Kindern eine Stimme geben“

Angst und Unsicherheit, Mangel an emotionaler Zuwendung und der Verlust von Geborgenheit – dies sind die Kennzeichen einer Kindheit im Schatten elterlicher Sucht. Eine bundesweite Aktionswoche mit dem Titel „Vergessenen Kindern eine Stimme geben“ will von 8. bis 14. Februar stärker auf die Situation dieser Kinder aufmerksam machen.

Region. Circa 2,65 Millionen Kinder wachsen in Deutschland mit suchtkranken Eltern auf. Im Rahmen der Aktionswoche startet eine Wanderausstellung, die die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) in Kooperation mit dem Arbeitskreis „Hilfen für Kinder aus suchtbelasteten Familien in RLP“ in der Region Oppenheim konzipiert hat. Sie zeigt Bilder von Kindern, die mit suchtkranken Eltern aufwachsen und dazu angeregt wurden, einen Baum zu malen. Viele Bilder sind von starken, eindringlichen Farben geprägt. Häufig haben die Kinder außer dem Baum auch ihr Zuhause gemalt und so unbewusst in den Bildern ihre häusliche Situation gespiegelt. Die Ausstellung soll vor allem Fachkräfte stärker auf die Thematik aufmerksam machen und wird in verschiedenen rheinland-pfälzischen Einrichtungen Station machen.

Kinder suchtkranker Eltern haben durchaus Chancen auf eine gesunde Entwicklung, besonders, wenn sie frühzeitig Unterstützung erhalten. In immer mehr Kindergärten und Schulen ist das Personal sensibel für diese Problematik und nimmt wahr, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. „Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn Lehrkräfte, Schulsozialpädagogen, Erzieherinnen und Erzieher fürsorglich auf die betroffenen Kinder eingehen und ihnen Vertrauen schenken, stärken sie deren Selbstbewusstsein und damit ihre Lebenskompetenzen. Sie sorgen dafür, dass sie weniger sucht- und krankheitsgefährdet sind“, erklärte Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der LZG.

Von 25 Kindern kommen etwa drei Kinder aus Familien mit Alkoholproblemen. Im Bereich der Alkoholabhängigkeit ist die Anzahl der betroffenen Kinder relativ gut zu erfassen. Bei Medikamentenabhängigkeit, Glücksspielsucht oder Essstörungen gibt es dagegen keine verlässlichen Zahlen. Aufgrund der hohen Dunkelziffer ist daher von einer noch höheren Zahl von Betroffenen auszugehen. Viele dieser Kinder brauchen Unterstützung, um nicht selbst zu erkranken. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder aus suchtbelasteten Familien die größte bekannte Risikogruppe für eine Suchterkrankung im Erwachsenenalter darstellen. Darüber hinaus tragen sie eine Reihe weiterer Gesundheitsrisiken, entwickeln häufig psychosomatische Erkrankungen oder Depressionen.



Das Büro für Suchtprävention der LZG leistet seit mehreren Jahren gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Hilfen für Kinder aus suchtbelasteten Familien in Rheinland-Pfalz“ unter dem Motto „Denk an mich“ Präventionsarbeit für diese Kinder. Neben der Wanderausstellung bietet die LZG Fortbildungen für Fachkräfte an. Darin werden praxisnah Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit Kindern aus suchtbelasteten Familien und deren Bezugspersonen vorgestellt sowie Lösungswege für ihre Unterstützung entwickelt. Außerdem initiiert die LZG Gruppenangebote, in denen Kinder und Jugendliche wichtige und entlastende Botschaften wie „Sucht ist eine Krankheit“ oder „Du bist nicht schuld daran“ erfahren. Gemeinsam mit Gleichaltrigen erleben sie hier, dass sie mit ihren häuslichen Problemen nicht alleine sind und Unterstützung finden können.


Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Größter Umzug in der VG Ransbach-Baumbach lockte die Jecken nach Nauort

In Artikeln des WW-Kuriers von den Karnevalsumzügen in Marienrachdorf und Maxsain, spielte jeweils die ...

A48: Vollsperrung bei Höhr-Grenzhausen wegen Brückenrückbau

Ab dem 27. Februar 2026 kommt es auf der A48 zu einer Vollsperrung zwischen dem Dreieck Dernbach und ...

Von Pfauen bis Azteken: Kleinmaischeids bunter Rosenmontagszug trotzt dem Wetter

Die Kleinmaischeider Narren lassen sich durch einen griesgrämigen Wettergott ihren Rosenmontagszug nicht ...

A3: Fahrbahninstandsetzung sorgt für Einschränkungen bei Montabaur

In der Nacht zwischen dem 20. und 21. Februar 2026 kommt es auf der A3 zwischen Montabaur und dem Dreieck ...

Einbruch in Fahrzeugteilegeschäft in Dierdorf

Zwischen Freitag und Sonntag (13. bis 15. Februar) ereignete sich ein Einbruch in ein Geschäft für Fahrzeugteile ...

Amphibien auf Wanderschaft - Worauf Autofahrer achten sollten

Wenn die Temperaturen steigen, beginnt die Wanderzeit für Amphibien wie Erdkröten und Grasfrösche. Diese ...

Weitere Artikel


Michael Horper ist neuer Präsident des Bauern- und Winzerverbandes

Michael Horper aus Üttfeld/Eifel wurde zum neuen Präsidenten des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau ...

Busse und LKW erneut im Fokus der Polizei

Die Verkehrsdirektion Koblenz führte mit Unterstützung weiterer Einsatzkräfte erneut Kontrollen auf Autobahnen ...

MGV Oberbieber wählt Vorstand

In einer sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung im Vereinslokal „Wallbachklause“ wählten die Mitglieder ...

Zoo Neuwied hat jetzt App

Jeder kennt sie und fast jeder nutzt sie für die verschiedensten Dinge: Apps für das Smartphone sind ...

Ohne Führerschein ist das ganze Jahr Aschermittwoch

Der Höhepunkt der närrischen Tage steht an, die Polizei gibt Tipps Oft geht das Feiern an den Karnevalstagen ...

Die "AK Ladies Open" wieder in Altenkirchen

Das zweite ITW-Weltranglistenturnier, die "AK Ladies Open" finden vom 14. bis 22. Februar im Burgwächter ...

Werbung