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Nachricht vom 05.04.2015    

Was tun, wenn Jugendliche sich selbst verletzen?

Was sind die Ursachen, wenn sich Kinder und Jugendliche selbst verletzen? Warum tun sie dies? Und wie sollen Pädagogen sie darin unterstützen, dieses zwanghafte Verhalten einzustellen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 34 pädagogische Mitarbeiter der Jugend- und Schulsozialarbeit im Neuwieder Jugendtreff Big House.

Von links: Lisa Seibert-Atkins, Marco Schneider, Florian Hammerle (Diplom-Psychologe), Claudia Liesenfeld-Gilles, Alexandra Felten (Selbsthilfegruppe Grenzgänger und Fighters), Esther Bitterling, Christian Skupin und Kerstin Bouwer (Selbshilfegruppe Grenzgänger und Fighters). Foto: Privat

Neuwied. Diplom-Psychologe Florian Hammerle, (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) erklärte den Fachkräften psychologische Grundlagen und Definitionen der Selbstverletzung. Anschaulich beschrieb er den „Krankheitsgewinn“ der Selbstverletzung, der bei den Betroffenen emotionale Anspannung verringere. Oft hätten sie Erfahrungen mit Gewalt und Missbrauch in ihrer Kindheit sammeln müssen.

Im Anschluss an den Fachvortrag stellten sich zwei Betroffene, Kerstin Bouwner (34 Jahre, Psychologiestudentin) und Alexandra Felten (34 Jahre, staatlich anerkannte Erzieherin) vor. Sie leiten eine Selbsthilfegruppe für Erwachsene, die unter der Borderliner-Persönlichkeitsstörung leiden, und haben eine weitere Selbsthilfegruppe für Jugendliche mit psychischen Problemen gegründet, die seit Mitte Februar immer dienstags ab 17 Uhr im Jugendtreff Big House für alle Interessenten offen ist. Die beiden Frauen beschrieben eindrucksvoll Auszüge ihrer persönlichen Krankheitsgeschichten.

Kerstin Bouwner und Alexandra Felten stellten unter anderem so genannte „Skills“ vor. Skills sind risikofreie Hilfsmittel, die beitragen können, Selbstverletzung in akuten Anspannungssituationen zu verhindern. Zu den exotischsten Ideen gehörte dabei zum Beispiel ein Cocktail aus einer Chillischote mit Brausepulver. Aber auch Schläge gegen einen Boxsack, ein Knet- oder Wurfball oder laute Musik können Betroffenen helfen, nicht auf Selbstverletzung zurückgreifen zu müssen.



Diplom-Psychologe Hammerle erarbeitete mit den Fachkräften Gesprächsstrategien anhand von wissenschaftlichen Grundlagen aus der DBT (Dialektisch-Behaviorale-Therapie) in Verbindung mit praktischen Rollenspielen. So erhielten die Pädagogen einen vertieften Einblick in die Thematik aus Therapeuten- wie auch aus der Sicht Betroffener und damit Handwerkszeug für die eigene berufliche Praxis im Umgang mit Kindern und Jugendlichen.

Organisiert haben diese Fachtagung die Mitglieder des Arbeitkreises Suchtprävention, dem Lisa Seibert-Atkins von der Caritas Suchtprävention; Marco Schneider, Schulsozialarbeiter an der Kinzing-Schule, Claudia Liesenfeld-Gilles von der Fachstelle Plus für Kinder- und Jugendpastoral Koblenz, Franlin Thoma und Christian Skupin vom Kreisjugendamt und Esther Bitterling vom Neuwieder Stadtjugendamt, Jugendtreff Big House, angehören. Finanziert wurde die Veranstaltung aus Teilnahmebeiträgen und Mitteln der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG).


Auf dem Foto von links nach rechts:


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