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Nachricht vom 26.04.2015    

Dernbach kämpft um seinen Kindergarten

Die Diskussion um die Schließung des Kindergartens in Dernbach nimmt Fahrt auf. Die Eltern sind aktiv und sammeln Unterschriften im Dorf. Der Ortsgemeinderat kam zu einer internen Dringlichkeitssitzung zusammen. Die Politiker und Bevölkerung in Dernbach verlangen konkrete, fundierte Zahlen und Fakten.

Die Zukunft des Kindergartens Dernbach ist ungewiss. Foto: Wolfgang Tischler

Dernbach. Im Kindergarten in Dernbach besteht ein hoher Sanierungsbedarf nach den Feuchtigkeitsschäden. Wir berichteten am 22. April ausführlich darüber. Die Zeichen stehen in der Verwaltung in Puderbach derzeit eher auf Schließung der Einrichtung. Wobei Verbandsbürgermeister Volker Mendel betont, dass noch keine Entscheidung gefallen sei.

Das letzte Wort hat der Verbandsgemeinderat, der am 7. Mai tagt. Im Vorfeld ist jetzt zu hören, dass an diesem Abend, zu dem Punkt 15 der Tagesordnung „Kindergarten Dernbach“ keine Entscheidung fallen wird. Beginn der öffentlichen Sitzung ist 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Daufenbach. Der Finanz- und Hauptausschuss hat bereits getagt und verlangt nach Informationen des NR-Kuriers für eine Empfehlung detaillierte Zahlen und Fakten.

So sieht es auch der Ortsgemeinderat Dernbach, der zu einer internen Dringlichkeitssitzung am Freitag, den 24. April zusammenkam. Der gemeinsame Tenor war, wir wollen das Sparen unterstützen. „Eine Entscheidung bezüglich des Kindergartens können wir aber nicht treffen, da uns fundierte Zahlen fehlen“ war die einhellige Meinung der anwesenden Ratsmitglieder.

Die Ortsgemeinde prüft derzeit die Verträge. Wie berichtet, gehört der Grund und Boden der Ortsgemeinde. Über die Aufbauten wurde vor 20 Jahren ein Vertrag mit dem Zweckverband Kirchspiel Urbach getroffen, dessen Rechtsnachfolgerin die Verbandsgemeinde Puderbach ist. Ortsbürgermeister Rudi Becker ist sich nicht sicher, ob die Verbandsgemeinde ohne ihre Einwilligung überhaupt befugt ist, in Verkaufsverhandlungen für den Kindergarten Dernbach zu treten.

Ihn befremdet außerdem die Pressemitteilung der SPD von Anfang April diesen Jahres. Darin heißt es in Bezug auf die Kindergärten in der Verbandsgemeinde Puderbach wörtlich: „Der SPD-Vorstand war sich einig, dass alles getan werden muss, um die Attraktivität der Ortsgemeinden zu erhalten, dazu gehören auch ortsnahe Kindergärten. Ute Starrmann – ehemalige Leiterin des Raubacher Kindergartens und stellvertretende Vorsitzende – wies auf bestehende Studien hin, die den ortsnahen Kindertagesstätten ganz hohe Wichtigkeit für Kinder und Eltern beimessen.



Der Vorsitzende Jürgen Trenck bedankte sich bei den Mitgliedern für die geleistete Arbeit: "Die Verbandsgemeinde ist sehr vielfältig und wir werden uns auch um die kleineren Orte und die Lebensqualität dort kümmern; denn wir geben kein Dorf auf, wie man es jetzt in den Medien hört. Wir werden uns auch für die ortsnahe Kinderbetreuung einsetzen. Wir dürfen keinen der vorhandenen Kindergärten aufgeben.“

Ortsbürgermeister Rudi Becker fragt sich, wo der plötzliche Sinneswandel in großen Teilen der SPD jetzt herkommt, wenn ernsthaft diskutiert wird, den Dernbacher Kindergarten zu schließen, zumal kürzlich ganz andere Beschlüsse im Vorstand gefasst wurden.

Weiterhin bemängelt Becker die schlechte Bauunterhaltung des Kindergartens in der Vergangenheit. „Immer wieder standen Eimer im Kindergarten, um das eindringende Wasser aufzufangen. Hier wurde viel zu langsam reagiert. Nach meiner Meinung hätten die Schäden nicht das jetzige Ausmaß erreichen müssen.“

In Dernbach wird folgende Rechnung aufgemacht: Die Beseitigung der Schäden belaufen sich nach aktuellen Schätzungen auf 138.000 Euro. Bei einer Schließung sind 67.000 Euro an die Fördergeber zurückzuzahlen. „Also reden wir unter dem Strich über 71.000 Euro echten Kosten.“ Ein Kindergarten im Ort ist ein ganz klarer Standortvorteil, zumal wir ein großes Industriegebiet mit vielen Arbeitsplätzen haben. Dernbach sieht auch für die nächsten fünf Jahre keinen Rückgang der Zahlen für den Kindergarten, der derzeit zweizügig ist. Zuletzt wurden 34 Kinder dort betreut. Der Ortsgemeinderat überlegt derzeit ein neues Baugebiet auszuweisen, da es aktuell keine Bauplätze in Dernbach gibt und eine Nachfrage besteht. Ohne Kindergarten am Ort sinken die Chancen der Vermarktung, davon ist der Gemeinderat überzeugt.

Am 4. Mai informiert die Verbandsgemeinde Puderbach die Dernbacher über den aktuellen Stand. Die Veranstaltung wird um 17 Uhr im Haus der Buchen (derzeitiger Stand) stattfinden. Dann werden die Dernbacher ihre Argumentation für den Erhalt des Standortes Dernbach klar formulieren. (woti)



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