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Nachricht vom 10.09.2015    

Flüchtlingsstrom in die Stadt Neuwied nimmt zu

In den kommenden Monaten rechnet die Stadt Neuwied mit monatlich 100 Flüchtlingen. CDU-Fraktionschef Martin Hahn fordert einen runden Tisch mit allen Akteuren. Die Verwaltung ist nach eigenen Angaben mit den Organisatoren der Flüchtlingshilfe im Dialog. Die Sporthalle der Raiffeisenschule wird als vorübergehende Sammelunterkunft eingerichtet. Bürgerinfo erfolgt am 19. September.

Das seinerzeit heiß diskutierte Logo der Stadt Neuwied passt hervorragend in die aktuelle Lage.

Neuwied. Flüchtlinge möglichst dezentral unterzubringen und im Stadtgebiet zu verteilen, war bislang und bleibt nach wie vor oberstes Ziel der Verwaltung. „Die derzeit stark ansteigenden Zahlen von Menschen, die nach Neuwied kommen, verlangen jedoch, vorübergehend eine Sammelunterkunft zu schaffen“, erläutert der zuständige Beigeordnete Michael Mang.

Dies sieht Martin Hahn ein wenig anders. Wenn es nach ihm ginge, hätte er lieber auf weitere dezentrale Unterbringung gesetzt. Er hält den "runden Tisch" aller Akteure (Politik, karitative Organisationen, Hilfsorganisationen, Kirchen, ehrenamtlich aktive Gruppen) für dringend geboten. Ziel solle sein, Hilfe und Unterstützung zu koordinieren und zu organisieren, menschenwürdige Unterbringungslösungen zu akquirieren und so die Arbeit in der Stadt auf möglichst breite Akzeptanz und Basis zu stellen.

"Es ist uns bislang gut gelungen, die Menschen dezentral zu versorgen", erklärt Neuwieds Oberbürgermeister Nikolaus Roth und lobt die große Hilfsbereitschaft, die er immer wieder antreffe in der Stadt. "Ob von Vereinen, Verbänden oder Privatleuten - die großartige Unterstützung erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit“, fügt der OB hinzu.

In der Verwaltung stelle man sich engagiert dieser wichtigen Aufgabe. So werden neben einer Integrationskoordinatorin, die demnächst die Arbeit aufnimmt, vier weitere Stellen, zunächst befristet, eingerichtet. Mittel- und langfristig geht es nach den Worten Roths unter anderem darum, weiteren Mietwohnraum - zum Beispiel durch die stadteigene Siedlungsgesellschaft GSG - zu schaffen und darüber hinaus die Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Vom Sozialdezernenten Michael Mang ist aufgrund der aktuellen Lage zu hören, dass zurzeit etwa 100 Flüchtlinge im Monat in Neuwied zu erwarten seien. Dies habe jetzt eine Sammelunterkunft in den beiden Hallen der Raiffeisenschule notwendig gemacht. "Die Entscheidung ist mir überhaupt nicht leicht gefallen. Ich bin aber zuversichtlich, dass bis zum Jahresende die Halle wieder geräumt, weiterer privater Wohnraum genutzt und eine Unterbringung in Containern realisiert werden kann ", erklärt Michael Mang im Gespräch mit dem NR-Kurier.

Für die zwei Grundschulen, die die Halle der Raiffeisenschule benötigen, zeichnet sich eine Lösung ab. Auch den Vereinen soll Ersatz angeboten werden. Was aber nicht immer von heute auf morgen möglich sei, erklärt der Beigeordnete.

Auf jeden Fall sind die Bürger vor dem Einzug der ersten Flüchtlinge zu einer Info-Veranstaltung am Samstag, 19. September, um 10 Uhr in der Turnhalle der Raiffeisenschule eingeladen. Dort werden sie dann unter anderem auch erfahren, dass für die Zeit des Aufenthalts der Flüchtlinge sowohl Betreuungspersonal als auch Sicherheitskräfte vor Ort sein werden. Insgesamt ist Mang überzeugt, "sind wir in Neuwied auf einem guten Weg, die Aufgabe auch in dieser neuen Dimension zu bewältigen, die Unterbringung von Flüchtlingen weiterhin sachgerecht und menschenwürdig zu organisieren und den Bürgerkriegsflüchtlingen ,Herzlich willkommen in Neuwied` sagen zu können".



Martin Hahn erläutert im Gespräch mit unserer Zeitung: „Es ging mir nicht um einen "Gesprächskreis" - es geht mir um konkrete Koordination der Arbeit, es geht um Logistik-, Organisations-, Versorgungs-, und Integrationsfragen, es geht um eine klar strukturierte Aufgabenverteilung und es geht um eine mittel- und langfristige Strategie bei Unterbringung und Integration der Menschen die als Flüchtlinge zu uns kommen. Es geht mir um einen Schulterschluss aller Verantwortlichen in unserer Stadt, damit ein klares Zeichen gesetzt wird, dass auch die politisch Verantwortlichen in Neuwied in dieser Frage zusammenstehen und kein Raum für "Fehlinterpretationen" aller Art geschaffen wird.

Zu der ausgeprägten Willkommenskultur in Neuwied steht auch Martin Hahn: „Diese Willkommenskultur gilt es zu erhalten und nachhaltig zu unterstützen.“

Ehrenamtliche, die sich außerhalb der Wohlfahrtsorganisationen betätigen, und Bürger, die sich engagieren wollen, können sich bei der Anlaufstelle im Rathaus unter Telefon 02631 802-5050 melden oder an fluechtlingshilfe@stadt-neuwied.de mailen. (woti)

Kommentar
Es ist letztlich noch gar nicht so lange her, da mussten wir Deutsche auch millionenfach fliehen. Ich rede vom Zweiten Weltkrieg. Damals war es überhaupt keine Frage in wirtschaftlich miserablen Zeiten Flüchtlinge aufzunehmen. Es gab sogar Zwangseinquartierungen. Ich kenne die Probleme, Sorgen und Nöte aus erster Hand, denn meine Eltern waren selbst Flüchtlinge. Unter uns leben Zeitzeugen, die auf der Flucht waren.

Wir sollten gemeinsam, ohne Ansehen von Stand oder Partei, die Probleme angehen. Dies bekunden die Verwaltung der Stadt und auch die CDU-Fraktion unter Martin Hahn. Parteipolitik hat in dieser Frage nach meiner /unserer Meinung nichts zu suchen. Die Redaktion der Kuriere hat beschlossen, parteipolitisch gefärbte Äußerungen und Mitteilungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation nicht zu bringen. Wolfgang Tischler



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