Werbung

Nachricht vom 08.03.2016    

Die Schlacht um die Scholle

Mit der Vortragsveranstaltung "Die Schlacht um die Scholle" ist die Kreisverwaltung Neuwied als "Untere Landwirtschaftsbehörde" in ihre neue Veranstaltungsreihe "LANDreisen" gestartet.

Mit der Vortragsveranstaltung "Die Schlacht um die Scholle" ist die Kreisverwaltung Neuwied als "Untere Landwirtschaftsbehörde" in ihre neue Veranstaltungsreihe "LANDreisen" gestartet. Foto: privat

Neuwied. "Damit wollen wir die Herausforderungen und Chancen der regionalen landwirtschaftlichen Produktion für Landwirte, Verbraucher und kommunale Entscheider aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und transparent darstellen", erklärte Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter des Landkreises Neuwied und Initiator der Veranstaltungsreihe.

Der Veranstaltungssaal im Außerschulischen Lernort der Mechanisch Biologischen Abfallbeseitigungsanlage war bis auf den letzten Platz besetzt, als Achim Hallerbach, die zahlreichen Gäste aus Landwirtschaft, Kommunalpolitik und Verwaltung begrüßte. "Die Schlacht um die Scholle ist längst entbrannt - auch hier im Kreis Neuwied", sagte Hallerbach in seiner Einleitung.

"In den letzten 15 Jahren sind allein im Kreis Neuwied 1.000 Hektar Landwirtschaftsfläche durch Siedlungs- Infrastruktur und Ausgleichsmaßnahmen für die Nahrungsmittelproduktion verloren gegangen. Im Spagat zwischen sinkenden Erzeugerpreisen und einer Verteuerung der Produktionsgrundlage konkurrieren die landwirtschaftlichen Erzeuger mit der Energiewirtschaft, Hobbytierhaltern, privaten Erwerbern und Naturschutzinteressen um die verbleibende Fläche. Regional deutlich steigende Kauf- und Pachtpreise sind die Folge. Nur jeder vierte Flächenerwerb erfolgt durch Landwirte", stellte Hallerbach fest.

Werden Grund und Boden neu verteilt? Welche Instrumente zur Regulierung oder Lenkung sollen Staat und Verwaltung nutzen? Antworten auf diese Fragen erwarteten die zahlreichen Besucher von den beiden Referenten; Ulrich Schreiber, Referatsleiter im Sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium und seinem Mainzer Kollegen Heinz Vogelgesang.



Im Vortrag der beiden Bodenmarktexperten wurden die unterschiedlichen Betriebs- und Flächenstrukturen in beiden Bundesländern dargestellt. Aufgrund der Realteilung sind die Flurstücks- und Unternehmensgrößen in Rheinland-Pfalz zwar wesentlich kleiner strukturiert, als in Sachsen, doch hüben wie drüben steigen die Preise für Agrarland und der Grunderwerb von Nichtlandwirten nimmt zu. Was die Frage nach staatlicher Lenkung und Steuerung anbetrifft, so präsentierten die Referenten das Ergebnis der zu diesem Thema eingesetzten "Bund-Länder-Arbeitsgruppe Bodenmarktpolitik". Demzufolge wird keine restriktivere Gesetzgebung sondern eine Harmonisierung und konsequentere Umsetzung der bereits bestehenden Gesetze zum Schutz der Landwirte vor Spekulationserwerb von Landwirtschaftsflächen als erforderlich gesehen.

In seinem Schlusswort unterstrich Thomas Ecker von der Unteren Landwirtschaftsbehörde der Kreisverwaltung Neuwied noch einmal die Notwendigkeit zu einer Vereinheitlichung der Anwendung bestehender Agrarstrukturgesetze.

"Durch eine konsequente Umsetzung der bestehenden Rechtsgrundlagen unterstützen wir den Grunderwerb von landwirtschaftlichen Betrieben sowohl vorbeugend, wie auch aktiv in den Genehmigungsverfahren", erklärte Ecker abschließend.


Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Treffpunkt für Trauernde: Austausch und Unterstützung in Neuwied

Der Neuwieder Hospizverein bietet Eltern, die um ein erwachsenes Kind trauern, einen besonderen Treffpunkt. ...

Aktualisiert: 14-jähriger Junge aus Oberraden wohlbehalten gefunden

Seit dem 11. März galt San Luca S. aus Oberraden als vermisst. Die Suche nach ihm hielt die Region in ...

Ameisenbär "Bramble" ist umgezogen

"Schau mal Mama, den haben wir ja noch nie gesehen!" Das Mädchen drückt die Nase an die Fensterscheibe, ...

Einbruch in Vettelschoß - Polizei sucht Zeugen

In den Abendstunden des 24. März ereignete sich ein Einbruch in Vettelschoß. Die Polizei ist auf der ...

Frühlingszeit, Zeckenzeit: Was Hunde, Katzen & Menschen jetzt wissen müssen

Nach einem milden Winter sind die Zecken wieder unterwegs und machen nicht nur uns Menschen, sondern ...

Das Raiffeisenmuseum in Hamm: Genossenschaftsidee zum Anfassen

Im kleinen Hamm an der Sieg steht das Geburtshaus des großen Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888), ...

Weitere Artikel


Die Nieren leiden lange unbemerkt

Ziel des Weltnierentages am 10. März ist es, Nierenerkrankungen und deren Ursachen stärker in den Fokus ...

Autorenlesung im Café Auszeit über Alten Friedhof Neuwied

Hans Joachim Feix ehemaliger Leiter des Diakonische Werkes in Neuwied und Autor zahlreicher Bücher über ...

Politiker beziehen Stellung zum „Indischen Springkraut“

Erwin Velten ist die treibende Kraft, wenn es um das Indische Springkraut in der Verbandsgemeinde Puderbach ...

Was Frauen wollen?

Manchmal muss es nur eine Ladies Night im prächtigen Frankfurter Store Bettenrid sein, denn dann sind ...

Mikus und Weiß vergolden Saison der Wester-Wälder-Kegler

Rudi Mikus von den Wester-Wälder-Keglern und sein Teamkollege Sebastian Weiß konnten sich bei den Regionsmeisterschaften ...

Die Schützengilde Raubach wird neue Wege gehen

Schützenfeste haben in unserer Region eine lange Tradition. Der Schützenverein Raubach besteht seit 65 ...

Werbung