Werbung

Nachricht vom 03.08.2016    

Selbstverletzendes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen

Warum verletzen sich Kinder und Jugendliche selbst und wie sollen die Pädagogen sie darin unterstützen, dieses zwanghafte Verhalten einzustellen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 35 pädagogische Mitarbeiter der Jugend- und Schulsozialarbeit in der Kreisverwaltung Neuwied.

Illustration und Fotomontage: Wolfgang Tischler

Neuwied. Selbstschädigung/-verletzung bei Kindern und Jugendlichen wird in aktuellen Untersuchungen mit sieben bis zwölf Prozent häufig berichtet. Verhaltensweisen wie Schneiden, Brennen und Hochrisikoaktivitäten stellen dabei besonders Helfer/innen wie Fachkräfte der Pädagogik vor große Herausforderungen. Von außen scheint derartiges Verhalten oft wenig nachvollziehbar - gleichzeitig ist es umso wichtiger Funktionen, von Selbstverletzung (wie Verringerung emotionaler Anspannung) zu verstehen. Im Alltag ist es sehr schwierig selbstverletzendes Verhalten zu erkennen, da die Betroffenen ihre Handlungen sehr gut verstecken und vertuschen können. Es gilt daher bei einem entsprechenden Verdacht sehr wachsam zu sein und den Betroffenen ein Signal der Hilfe und Unterstützung zu vermitteln.

Der Referent, Diplom Psychologe Florian Hammerle, psychologischer Psychotherapeut und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, erklärte den Fachkräften psychologische Grundlagen und Definitionen der Selbstverletzung. In Deutschland wird aktuell Selbstverletzendes Verhalten (SSV) als psychische Störung nur im Rahmen der Borderline-Persönlichkeitsstörung beschrieben. Häufig zählen zu den Ursachen eine biografische Belastung in der Kindheit, wie Vernachlässigung, Misshandlung oder sexueller Missbrauch. Selbstverletzendes Verhalten ist insbesondere bei Kindern und Jugendlichen immer ein Ausdruck intensiver Belastungen und fungiert sozusagen als Ventil, um zu versuchen, diese Belastungen loszuwerden

Im Anschluss an den Fachvortrag stellte sich Kerstin Bouwer vor, die selbst betroffen ist und beschrieb eindrucksvoll Auszüge ihrer persönlichen Krankheitsgeschichten. Sie leitet die Selbsthilfegruppe „Grenzgänger“, für Erwachsene die unter der Borderliner-Persönlichkeitsstörung leiden.

Kerstin Bouwer stellte unter anderem so genannte „Skills“ vor. Skills sind risikofreie Hilfsmittel die helfen können, Selbstverletzung in akuten Anspannungssituationen zu verhindern. Ein Cocktail aus mehreren Chillischoten mit Brausepulver kann ein solches Hilfsmittel sein. Aber auch Schläge gegen einen Boxsack, ein Knet- oder Wurfball, Sport oder laute Musik können Betroffenen helfen, nicht auf Selbstverletzung zurückgreifen zu müssen. Die Betroffenen können in einer Therapie Methoden im Umgang mit Drucksituationen erlernen mit dem Ziel, sich nicht mehr ernsthaft zu verletzen.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Koch/Köchin (m/w/d) Großküche

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Sachbearbeiter (m/w/d) Organisation und Verwaltung

Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen-Flammersfeld
57610 Altenkirchen (Westerwald)

Fachkraft Wohnstätte Einzelfallhilfe (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Bildungsbegleitung (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57610 Altenkirchen

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Bei Verdacht auf selbstverletzendem Verhalten können Eltern erste Informationen über Telefonseelsorgen, spezielle Hilfenetzwerke oder themenaffine Internetseiten beziehen.

Dipl. Psychologe Hammerle erarbeitete mit den Fachkräften Gesprächsstrategien anhand von wissenschaftlichen Grundlagen aus der DBT (Dialektisch-Behaviorale-Therapie) in Verbindung mit praktischen Rollenspielen. So erhielten die Pädagogen einen vertieften Einblick in die Thematik.

Organisiert wurde diese Fachtagung von den Mitgliedern des Arbeitskreises Suchtprävention Claudia Liesenfeld-Gilles (Fachstelle Plus für Kinder- und Jugendpastoral Koblenz) sowie Franlin Toma und Simone Höhner vom (Kreisjugendamt Neuwied).

Diese Fachtagung ist ein Teil der diesjährigen Veranstaltungsreihe „Know-How für eine qualitative Jugendarbeit im Landkreis Neuwied“ die von der Kreisjugendpflege organisiert wurde. Die Veranstaltungsreihe umfasst ein breites Spektrum interessanter Fortbildungs- und Informationsangebote für Haupt- und ehrenamtlich Tätige in der Jugendarbeit. Der Flyer zur Veranstaltungsreihe kann hier heruntergeladen werden. Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es bei: Kreisverwaltung Neuwied Franlin Toma und Simone Höhner, Telefon 02631-803-442, -621, Email: jugendarbeit@kreis-neuwied.de.


Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Wiedweg Etappe 7: Selige Schwestern, ein Weltkrippenrekord und das schönste Flusstal des Westerwalds

Die siebte Etappe des Wiedwegs führt auf knapp zehn Kilometern von Roßbach (Wied) durch die Klosterlandschaft ...

Prof. Dr. Christoph G. Wölfl auf dem Enneker Forum Tegernsee 2026: Zivile Verteidigung im Fokus

Vom 15. bis 17. Juni 2026 fand das renommierte Enneker Forum Tegernsee statt, bei dem sich Experten über ...

Erfolgreicher Abschluss: 408 Azubis im Landkreis Neuwied feiern ihren Erfolg

In der food akademie in Neuwied fand am 1. Juli eine besondere Feier statt: 408 junge Menschen erhielten ...

Neues Kundencenter der Stadtwerke Neuwied öffnet bald

Die Stadtwerke Neuwied bereiten sich auf den Umzug ihres Kundencenters vor. Eine Woche lang bleibt die ...

Impulse für Unkel gesetzt

Die Stadtspitze ist seit zwei Jahren im Amt. Projekte für Infrastruktur, Lebensqualität und gesellschaftlichen ...

"Deutsche Glasfaser" nimmt jetzt auch Abstand vom geplanten Ausbau in Bad Honnef

Die "Deutsche Glasfaser" hat der Stadt Bad Honnef mit Schreiben vom 2. Juli 2026 mitgeteilt, dass sie ...

Weitere Artikel


Ausstellung "Andere Wirklichkeiten" im Arp-Museum

Das Arp Museum in Remagen stellt Werke von Künstlern mit Behinderung unter dem Titel "Andere Wirklichkeiten" ...

Kennenlernveranstaltung in Lidl-Regionalgesellschaft Siegen

67 Azubis informieren sich gemeinsam mit ihren Angehörigen über ihren zukünftigen Arbeitgeber Lidl Auf ...

Bundesverkehrswegeplan: Enttäuschung im Mittelrheintal

Die Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V. bewertet den Bundesverkehrswegeplan ...

Rechnungen von Deutsche Domain offensichtlich Betrugsversuch

Derzeit landen Rechnungen von „.DE Deutsche Domain“ in den E-Mail-Briefkästen. Die Firma verlangt in ...

Erfolgreich die Prüfung absolviert

Insgesamt 30 Prüflinge zum/zur Verwaltungsfachangestellten aus dem Prüfungsausschuss Koblenz I konnten ...

Urlaubsflair an vier Tagen zur Kirmes in Großmaischeid

Allen Besuchern, die noch in Urlaub fahren oder es bereits waren, möchte der Kirmesverein Großmaischeid ...

Werbung