Werbung

Nachricht vom 16.12.2016    

„Behandeln statt Abwarten“ ist in Kreis-Kitas gut angelaufen

Mehr als 170 Flüchtlingskinder im „Kindergartenalter“ sind allein im vergangenen Jahr in den Landkreis Neuwied (ohne Stadt Neuwied) gekommen. Viele von ihnen besuchen inzwischen eine der insgesamt 56 Kitas im Kreis. Nicht wenige dieser Kinder haben in ihrem Heimatland oder während der Flucht traumatische Ereignisse erlebt.

Mit einem Trauma-therapeutischen Angebot unterstützt Daniela Lempertz, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin aus Neuwied, inzwischen betroffene Flüchtlingskinder und Kitas im Kreisjugendamtsbezirk Neuwied. Mit auf dem Foto: Daniela Lempertz (links), 1. Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach, Kita-Leiterin Britta Baumann-Peikert (rechts), daneben Ortsbürgermeisterin Cilly Adenauer und Kita-Referatsleiterin Kerstin Schwanbeck-Stephan. Foto: Privat

Neuwied. Mit einem Trauma-therapeutischen Angebot unterstützt Daniela Lempertz, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin aus Neuwied, inzwischen betroffene Flüchtlingskinder und Kitas im Kreisjugendamtsbezirk Neuwied. Sie weiß aus Erfahrung: „Ein Kind, dessen Gehirn noch damit beschäftigt ist, traumatische Ereignisse zu bearbeiten, hat weniger Kapazitäten für anstehende Entwicklungsaufgaben“.

„Unser gemeinsames Ziel war und ist es, die Kinder so weit zu stabilisieren und zu behandeln, dass die Kontaktaufnahme zu Erzieherinnen und anderen Kindern, Lernen, Spielen – kurzum: die Integration in die Kita – gefördert und erleichtert werden. Das Konzept von Daniela Lempertz hat uns da überzeugt. Es trägt auch dazu bei, die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas zu erleichtern“, beschreibt Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter und zuständiger Dezernent für das Kreisjugendamt, die Intention für das Unterstützungsangebot, das der Kreis aus den Mitteln des ehemaligen Betreuungsgeldes finanziert.

Das Behandlungskonzept „Behandeln statt Abwarten“ besteht aus mehreren ineinander greifenden Komponenten und beginnt mit der Schulung der Bezugserzieherinnen in der Kita, damit sie eine erste Einschätzung darüber vornehmen können, ob ein Kind unter einer besonderen psychischen Belastung steht. Nach einem Diagnosegespräch, der Einbeziehung der Eltern und einer weiteren Testung durch die Therapeutin erfolgen in Behandlungsgruppen mit maximal sechs teilnehmenden Kindern hochfrequente Intensiv-Behandlungen über fünf Gruppensitzungen.



Zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht wurde das Projekt kürzlich in der Kommunalen Kita in Erpel - der ersten Kita im Kreis, die sich diesem Behandlungskonzept für traumatisierte Kinder geöffnet hat.
Dort ziehen Daniela Lempertz und Kita-Leiterin Britta Baumann-Peikert ein positives Fazit: Während die Kinder zunächst eher ängstlich und unsicher reagiert haben, haben sie sich mit fortschreitender Behandlungsdauer zunehmend interessiert und freudig gezeigt. Bei den Eltern überwiegen, so Daniela Lempertz, Freude und Dankbarkeit für das Angebot an sich. Sie gewinnen eine ganz neue Sicht auf ihre Kinder als kleine „Helden“.

Trotz mancher Widrigkeiten (zum Beispiel der Verständigung bei mangelnder Alphabetisierung) haben alle Beteiligten das Projekt sehr positiv aufgenommen und es entstand sowohl zu den Kindern als auch zu ihren Eltern ein sehr herzlicher Kontakt. „Die Kinder gehen gestärkt und gefestigt aus der Behandlung und integrieren sich schneller und leichter in den Kita-Alltag“, bestätigt Britta Baumann-Peikert.


Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Freie Fahrt für kleine Künstler bei "Malen statt zahlen"

Blinkende Autoscooter, nostalgische Karussells, lachende Kinderstimmen und süßlicher Duft in der Luft: ...

Natur hautnah erleben: Das Jahresprogramm des Naturparks Rhein-Westerwald

Der Naturpark Rhein-Westerwald und das Forstamt Dierdorf präsentieren ein Jahresprogramm mit über 190 ...

Zwei starke Frauen: Fritz und Hirschberger erhalten Ehrenpreis der Johanna-Loewenherz-Stiftung

Im Roentgen-Museum Neuwied wurde der Ehrenpreis der Johanna-Loewenherz-Stiftung an zwei bemerkenswerte ...

Informationsabend zur Kommunalen Wärmeplanung für Bürger der Verbandsgemeinde Puderbach

Die Verbandsgemeinde (VG) Puderbach lädt alle interessierten Bürger am Montag, 7. April, um 18.30 Uhr ...

Warnung vor Fake-Bußgeldbescheiden vom Kraftfahrt-Bundesamt

Mit dieser persönlichen Warnung möchte unser Redakteur Wolfgang Rabsch auf eine besonders perfide Masche ...

Seniorenzentrum Josef-Ecker-Stift Neuwied erhält 27.500 Euro von der Senatspräsident-Ecker-Stiftung

Das Marienhaus Seniorenzentrum Josef-Ecker-Stift in Neuwied öffnete seine Türen, um die frisch renovierten ...

Weitere Artikel


Staatsanwaltschaft ermittelt bei Dusar

Nach Informationen der Gewerkschaft IG BCE Mittelrhein ermittelt die Staatsanwaltschaft im Konkurs Dusar. ...

Ernährungsführerschein an der Märkerwald-Schule Urbach

Die Märkerwald-Schule beteiligte sich auch in diesem Jahr wieder an dem Projekt des „aid“, in dem über ...

Reiner Meutsch: zwei „FLY & HELP“-Schulgebäude in Vietnam

Zum Abschluss eines sehr erfolgreichen Stiftungsjahres mit 43 neuen Schulgebäuden reiste Reiner Meutsch ...

Vermisste 13-jährige Sascha Alexa wohlbehalten angetroffen

Die seit letzten Samstag, 10. Dezember vermisste Schülerin Sascha Alexa aus der Verbandsgemeinde Vallendar ...

Öffnungszeiten der Stadtgalerie zwischen den Feiertagen

Die Stadtgalerie in der ehemaligen Mennoniten-Kirche aus dem Jahre 1768 zeigt derzeit die Ausstellung ...

Neukonstitution des Elternbeirats an der IGS Neuwied

Laut Schulgesetz hat der Schulelternbeirat die Aufgabe die Erziehungs- und Unterrichtsarbeit der Schule ...

Werbung