Im Kreis Neuwied wurde der Volkstrauertag begangen
Am heutigen Sonntag haben sich die Menschen im Kreis Neuwied versammelt, um an die Mitbürger, die im Krieg und durch Gewaltherrschaft starben, zu erinnern. Für die unter uns, die selbst noch Angehörige im Krieg verloren haben, ist dieser Tag besonders wichtig und besonders traurig. Wir haben stellvertretend die Veranstaltung in Waldbreitbach besucht.
Waldbreitbach. Der Volkstrauertag ist bei uns ein staatlicher Gedenktag und gehört zu den sogenannten stillen Tagen. Er wird seit 1952 begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen. In Waldbreitbach traf sich die Bevölkerung nach dem Gottesdienst am Ehrenmal vor der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt.
Die Musikvereinigung „Wiedklang“ Waldbreitbach eröffnete und gestaltete die Gedenkveranstaltung mit ihren Musikvorträgen. Ebenso trug der Chor „LiedGUT“ mit zwei Beiträgen zur Feier bei. Die Feuerwehr Waldbreitbach war anwesend und bildete das Ehrenspalier.
„Viele der jungen Menschen haben niemanden mehr, den sie nach dessen Erlebnissen fragen könnten. Aber sie wollen etwas wissen. Auch 100 Jahre nach dem Ende des 1. Weltkrieges und 80 Jahre nach der verheerenden „Pogromnacht“. Die Kriege, die Verfolgungen, das unbeschreibliche Leid und die vielen Erinnerungen sind noch lange nicht aus dem kollektiven Bewusstsein geschwunden“, sagte Bürgermeister Hans-Werner Breithausen in seiner Gedenkansprache.
Die öffentliche Erinnerung an den Krieg muss unbedingt wachgehalten werden. Denn nur so kann man einschätzen und wertschätzen, dass wir nun schon seit über 70 Jahren in unserem Land in Frieden leben. Darin waren sich die Teilnehmer einig.
„Auch die Gegenwart, das Heute und das Jetzt gibt uns Anlass zu trauern, gedenken und erinnern. Wir trauern auch um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren. Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind. Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz. Wir sollten niemals und niemanden vergessen, denn ‚Wer vergessen wird, stirbt ein zweites Mal‘“, ermahnte Bürgermeister Breithausen.
Der Volkstrauertag ist nicht mehr nur ein Tag, an dem Menschen erinnernd und trauernd zurückblicken. Es ist ein Tag, der uns auch 100 Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges erinnert, dass der Frieden nicht selbstverständlich ist und dass die Arbeit für den Frieden keineswegs ein Auftrag allein an die staatliche Politik sein kann, sondern uns alle angeht.
Die Schreckensbilder, die wir aktuell sehen, machen rasch deutlich, dass die Welt nicht vom Frieden regiert wird und Menschen nach wie vor unter Hunger, Krieg und Verfolgung leiden.
Breithausen dankte all den Mitmenschen, die sich dafür einsetzen, dass die Geschichte nicht ins Vergessen gerät und bei denen, die sich darum kümmern, Schutz- und Hilfesuchende bei uns aufzunehmen. (woti)
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