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Nachricht vom 28.10.2019    

Pilze haben Hauptsaison: Das sollten Sammler wissen

Was gibt es Schöneres für einen Pilzfreund, als durch den Wald zu wandern und Pilze zu sammeln? Zum einen ist das eine gute Gelegenheit die Natur zu genießen, zum anderen lässt sich so noch für eine leckere Mahlzeit sorgen. Wer Pilze sammeln will, sollte sich jedoch vorher gut informieren und ein paar Dinge beachten.

Ein stattlicher gesunder Steinpilz (Fotos: KathaBe)

Kreisgebiet. Wann ist eigentlich Pilzsaison? Pilzsaison ist eigentlich immer, sie beginnt am 1. Januar und endet am 31. Dezember. Pilze kann man wirklich rund um das ganze Jahr finden, denn ihr Wachstum ist nicht von der Jahreszeit, sondern von angenehmer Temperatur und Feuchtigkeit abhängig. Steinpilz, Maronenröhrling und viele mehr haben jedoch ihre Hauptsaison etwa von September bis November, je nach Witterung, und daher sieht man gerade in dieser Zeit viele begeisterte Naturfreunde mit Körbchen ausgestattet in den Wäldern.
Im Jahr 2018 war es so trocken, das Pilzfreunde kaum in den Genuss der Köstlichkeiten kamen. Anders in diesem Jahr, wo es in den letzten Monaten doch öfter mal geregnet hat und es zudem auch noch recht warm war.

Was ist eigentlich ein Pilz?
Pilze sind weder Pflanzen noch Tiere. Sie betreiben keine Fotosynthese wie Pflanzen. Die Nährstoffe, die sie benötigen, beziehen sie aus verrottenden organischen Substanzen. Genau betrachtet ist der Pilz das, was wir eigentlich gar nicht sehen: ein weit verzweigtes Fadengeflecht, das nicht über, sondern unter der Erde lebt. Das, was sich uns dann oberirdisch zeigt und gemeinhin als Pilz bezeichnet wird, ist die eigentliche Frucht des unterirdischen Pilzes. Vergleichbar wie bei einem Kirschbaum, der die Kirschen als Früchte hervorbringt.

Das sollte man beim Pilzsammeln beachten
Das allerwichtigste: Man sollte wissen, welche Pilze man sammeln will und das, was später in der Pfanne landet, muss man unbedingt kennen und sollte man auch selbst gesammelt haben. Es gibt viele Pilzratgeber, Bücher und Apps – aber nur, wenn man sich zu 100 Prozent sicher ist, sollte man Pilze zubereiten, ansonsten lässt man sie besser stehen. Oftmals ist es so, dass jeder essbare Pilz auch einen giftigen oder ungenießbaren Doppelgänger hat und diese sehen genauso appetitlich aus wie die essbaren. Wer sich nicht sicher ist, sollte immer einen Fachmann zu Rate ziehen oder sich vielleicht erst einmal einer geführten sachkundigen Pilzwanderung anschließen. Termine findet man dazu zum Beispiel im Umweltkompass Westerwald.

Zieht man also los in Wald und Wiese, nimmt man zum Sammeln der Pilze am besten einen luftdurchlässigen Korb mit. Taschen, Eimer oder gar Tüten eignen sich nicht, da die Pilze die Luftzirkulation benötigen, um frisch zu bleiben. Ein Messer braucht man nicht unbedingt, es kann aber hilfreich sein. Am besten trennt man den Pilz durch leichtes Heben und Drehen von seinem unterirdischen Geflecht ab. Anders als beim Abschneiden wird hier das Pilzgeflecht, welches bis in den Fruchtkörper reicht, am wenigsten verletzt. Bei größeren und festen Pilzen ist das oft kein Problem, bei kleineren kann das Messer hilfreich sein, um sie sanft vom Boden und Geflecht abzulösen oder heraus zu hebeln. Als weiteres Sammelutensil ist ein kleines Pilzbürstchen zum Reinigen hilfreich, damit man nicht gleich den ganzen Wald mit nach Hause nimmt.



Sammeln nur für den Eigenbedarf
Grundsätzlich gilt: Sammeln darf man nur für den Eigenbedarf, es sei denn man hat eine offizielle Sammelgenehmigung (Zuständigkeit: Naturschutzbehörde). Dies gilt vor allem für die geschützten Arten wie Rotkappen, Morcheln, Pfifferlinge und Steinpilze. Das Maß des Eigenbedarfes beschränkt sich auf 1-2 Mahlzeiten je Pilzsammler (also etwa ein Kilogramm), was aber von Region zu Region auch unterschiedlich sein kann. Hält man sich nicht daran, riskiert man unter Umständen ein bis zu dreistelliges Bußgeld. Kaiserling und Trüffel, die zu den seltenen Arten gehören, dürfen gar nicht gesammelt werden. Ansonsten sollte man nicht in Waldflächen suchen, wo gerade Holz geschlagen wird, wo gerade frisch angepflanzt wurde oder wenn sie eingezäunt sind.

Leckeres Grundrezept
Hat man also eine schöne Pilzwanderung hinter sich und den Korb gefüllt mit Steinpilzen, Stockschwämmchen oder Maronenröhrlingen, geht’s in die Küche. Wenn nicht schon im Wald passiert, werden die Pilze zuerst mit der Bürste gereinigt.

Man braucht: etwa 1000 Gramm Pilze der Saison in Scheiben geschnitten, 1 TL Salz und etwas Pfeffer. Zwei Zwiebeln in kleine Würfelchen geschnitten glasig dünsten, dann die Pilze dazu geben und etwa 10-15 Minuten in der austretenden Flüssigkeit schmoren lassen. Wer will, kann seine Pilzpfanne mit Sahne oder etwas Weißwein verfeinern und noch Petersilie darüber streuen. Zusammen mit Pellkartoffeln oder einer Scheibe frischem Brot ist das ein echtes Genusserlebnis.

Pilze der Jahre 2019 und 2020
2019 ist der Grüne Knollenblätterpilz Pilz des Jahres. Der Grüne Knollenblätterpilz ist hochgiftig, aber er ist wie Pilzarten generell seit vielen Millionen Jahren ein wichtiger Lebenspartner von Pflanzen und für ein gut funktionierendes Ökosystem unverzichtbar.
2020 wird die Gewöhnliche Stinkmorchel Pilz des Jahres sein. Sie gehört zu den Pilzblumen und ist tatsächlich im jugendlichen Stadium essbar. Danach wird man sie meiden, da sie später wie Aas zu stinken beginnt. Die Gewöhnliche Stinkmorchel steht beispielhaft für die gegenseitigen Abhängigkeiten aller Lebewesen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie will so auf die Zusammenhänge beim Insektensterben hinweisen.

Zum Schluss
Bitte nur Pilzarten zu Speisezwecken sammeln, die man auch ganz sicher erkennt! Bei einer Pilzvergiftung muss der Vergiftete sofort ins Krankenhaus, am besten Pilzresten (Mahlzeit oder Putzreste) mitnehmen und als nächsten Schritt den Giftnotruf wählen (Rheinland Pfalz: 06131-19240)! (KathaBe)


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