Werbung

Nachricht vom 17.06.2020    

Der Waschbär ist auf dem Vormarsch im Westerwald

Von Wolfgang Tischler

Wenn es dunkel wird, dann kommen die Waschbären aus ihren Verstecken. Den Tag verbringen sie in Baumhöhlen, alten Fuchsbauten oder auch menschlichen Behausungen. Dann geht es auf Futtersuche und da sind die kleinen Bären nicht wählerisch. Als Einladung verstehen sie Essensreste oder gefüllte Futternäpfe für Haustiere.

Ein Waschbär im Bach auf der Suche nach Beute. Foto: Wolfgang Tischler

Wissen. Mancherorts sind die beschaulichen Tiere schon zur Plage geworden. Waschbären sind Kulturfolger und arrangieren sich mit den örtlichen Gegebenheiten. In Wissen sind sie zum Beispiel schon zur Plage geworden. Auch aus Hachenburg wird von Waschbären berichtet. Unsere Nachfrage bei Förster Frank Krause ergab, dass sich etliche Tiere auch im Bereich Hardert und Rengsdorf aufhalten. Die Waschbären sind sehr geschickt und haben keine natürlichen Feinde, berichtet Krause weiter.

Wie sieht der Speiseplan des Waschbären aus?
Was seinen Speiseplan angeht, ist der zur Familie der Kleinbären zählende Waschbär nicht wählerisch, weiß der NABU zu berichten. Er jagt gerne an Gewässern und erbeutet dort kleine Fische, Krebse und Frösche. Dabei tastet er oftmals mit den Vorderpfoten unter Wasser nach Beutetieren. An Land können auch schon mal Vögel, Echsen, Salamander und Mäuse zu seiner Nahrung zählen. Verschmäht wird aber auch pflanzliche Nahrung nicht, so frisst er beispielsweise auch Obst und Nüsse.

Während es im Wald, dem ursprünglichen Lebensraum des Waschbären, Zeiten gibt in denen das Nahrungsangebot knapp ist, findet er in menschlicher Nähe oftmals einen reich gedeckten Tisch. Essensreste im Müll und auf dem Kompost, Fallobst und gefüllte Futternäpfe für Haustiere kommen für den Waschbären einer Einladung gleich. Als anpassungs- und lernfähiges Tier hat er somit in Parks und Grünanlagen keine Probleme mit dem Überleben.

Was kann man vorbeugend gegen die Ansiedlung von Waschbären unternehmen?
Damit der Waschbär bei Ihnen im Garten nicht zum Dauergast wird, gibt der NABU folgende Tipps:
• Bewahren Sie Mülltonnen und Abfälle unzugänglich auf oder sichern Sie Behältnisse mit starken Spanngummis. Stellen Sie die Mülltonnen nach Möglichkeit mindestens einen halben Meter von Zäunen, Mauern und Zweigen entfernt auf.
• Gelbe Säcke sollten erst am Tag der Abholung morgens vor die Tür gestellt oder in verschließbaren Boxen aufbewahrt werden.
• Werfen Sie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot und Obst nicht auf den Kompost, Garten- und Gemüsereste sind hingegen unproblematisch.
• Hinterlassen Sie keine Nahrungsreste in öffentlichen Papierkörben.
• Futter für Haustiere nicht über Nacht im Garten oder auf der Terrasse belassen.
• Grundsätzlich gilt: Durch umsichtiges Verhalten ist ein friedliches Neben- und Miteinander von Mensch und Waschbär möglich.



NR-Kurier Newsletter: So sind Sie immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Ausrottung oder friedliche Ko-Existenz?
Der Umgang mit dem Waschbären als „Neubürger“ in Deutschland wird kontrovers diskutiert. Die einen fordern eine konsequente Ausrottung und Bejagung. Andere sehen ihn mittlerweile als Teil der heimischen Tierwelt an. Auf einen Punkt weist Förster Frank Krause auch hin. Die Tiere sind in der Lage Populationsverluste durch eine vermehrte Fortpflanzungsrate auszugleichen. Im Übrigen sind die Tiere sehr schlau, was die Jagd immens erschwert. Der NABU stellt sich auf den Standpunkt, dass eine Bejagung von Waschbären aus Artenschutzgründen stets genauestens geprüft werden sollte und höchstens im Einzelfall etwas bringen kann.

Fazit:
Wir werden uns wohl mit dem Waschbären arrangieren müssen und wenn wir die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen beachten, dann wird das possierliche Tier wahrscheinlich aus unseren Gärten wegbleiben. Obwohl das Tier sehr niedlich aussieht und sehr geschickt hantiert, bitte nicht füttern!
woti


Feedback: Hinweise an die Redaktion

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Treffpunkt für Trauernde: Austausch und Unterstützung in Neuwied

Der Neuwieder Hospizverein bietet Eltern, die um ein erwachsenes Kind trauern, einen besonderen Treffpunkt. ...

Aktualisiert: 14-jähriger Junge aus Oberraden wohlbehalten gefunden

Seit dem 11. März galt San Luca S. aus Oberraden als vermisst. Die Suche nach ihm hielt die Region in ...

Ameisenbär "Bramble" ist umgezogen

"Schau mal Mama, den haben wir ja noch nie gesehen!" Das Mädchen drückt die Nase an die Fensterscheibe, ...

Einbruch in Vettelschoß - Polizei sucht Zeugen

In den Abendstunden des 24. März ereignete sich ein Einbruch in Vettelschoß. Die Polizei ist auf der ...

Frühlingszeit, Zeckenzeit: Was Hunde, Katzen & Menschen jetzt wissen müssen

Nach einem milden Winter sind die Zecken wieder unterwegs und machen nicht nur uns Menschen, sondern ...

Das Raiffeisenmuseum in Hamm: Genossenschaftsidee zum Anfassen

Im kleinen Hamm an der Sieg steht das Geburtshaus des großen Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888), ...

Weitere Artikel


NABU-Projekt Concordia Sandhalde ausgezeichnet

Statt Abfällen aus der Eisenverhüttung findet man dank vieler Ehrenamtlicher auf der Concordia Sandhalde ...

Schwerverletzter nach Verfolgungsfahrt - Jugendlicher fährt Wachmann um

In den heutigen Morgenstunden (18. Juni) entzog sich ein jugendlicher Fahrzeugführer einer allgemeinen ...

Gespann aus Südosteuropa auf A 3 stillgelegt

Von der Schwerverkehrsgruppe der Verkehrsdirektion Koblenz wure auf dem Rastplatz Sessenhausen gestern ...

SPD wird gegen die Abwahl von Michael Mang stimmen

„Die Neuwieder SPD steht seit Beginn der Vorwürfe für eine lückenlose Aufarbeitung und wir möchten eine ...

Neuwied: Abwahl von Bürgermeister Mang durch Papaya-Koalition beantragt

In den vergangenen Wochen und Monaten kam und kommt das politische Parkett in Neuwied nicht zur Ruhe. ...

Ehrenamt schafft Urlaubs-Atmosphäre im Aubachdorf

Seiner historischen Rolle als Urlaubsort macht der Neuwieder Stadtteil Oberbieber an vielen Stellen auch ...

Werbung