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Nachricht vom 22.07.2020    

Das farbige Holzkreuz Am Kirchberg ist zurück in Aegidienberg

Wege- und Stifterkreuze gibt es in Bad Honnef-Aegidienberg einige, doch das Wegekreuz Am Kirchberg im Umfeld der katholischen Kirche St. Aegidius ist etwas Besonderes. Das farbige Holzkreuz aus dem 19. Jahrhundert ist als Denkmal bewahrt und das einzige hölzerne Wegekreuz, welches im Jahr 1993 in die Denkmalliste der Stadt Bad Honnef eingetragen wurde.

Das restaurierte Wegekreuz in der Werkstatt. Fotos: privat

Bad Honnef. Andere Holzkreuze aus dieser Zeit sind nicht überliefert. Somit kommt dieser hochwertigen handwerklichen Arbeit ein Alleinstellungsmerkmal zu. Allerdings hatte das Kreuz in den letzten Jahren materiell gelitten, Wind und Regen hatten ihm zugesetzt. Eine gründliche Restaurierung war notwendig geworden. Das Ergebnis der fachmännischen Rundum-Erneuerung lässt sich ab Sonntag, 26. Juli 2020, bewundern, wenn das Kreuz an seinem alten Platz, sofern die Witterung es zulässt, wieder aufgestellt ist.

Anwohner sowie Mitglieder des Bürgervereins Aegidienberg hatten die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bad Honnef über den schlechten Zustand des Objekts informiert und die Restaurierungsarbeiten unterstützt. Das Kreuz wies zahlreiche Schäden auf: Das Holz war rissig, brach zum Teil aus. Rückseitig waren Larven eines Insektenbefalls auszumachen. Das Witterungsdach mit aufliegendem Zinkblech war durchfeuchtet. Die Farbfassung aus jüngerer Zeit war stark brüchig und blätterte großflächig ab.

Für die Instandsetzung des Wegekreuzes beauftragte das Technische Gebäudemanagement der Stadt Bad Honnef einen fachkundigen Restaurator. Lutz Sankowsky (Restaurator im Verband der Restauratoren) nahm sich des heiklen Falles an. Für die Instandsetzung wurde das Wegekreuz zunächst auf eine kleine Reise geschickt. Da die Untersuchung und Instandsetzung vor Ort nicht möglich war, wurde das Kreuz im Oktober 2019 kurzum in die Restaurierungswerkstatt von Lutz Sankowsky nach Euskirchen gebracht.



Dort wurde zusammen mit der Unteren Denkmalbehörde sowie dem LVR-Amt für Denkmalpflege ein Instandsetzungskonzept erarbeitet. In der Werkstatt wurde das Kreuz zunächst untersucht. Die vorhandene Fassung wurde bis auf einen tragfähigen Grund entfernt, das Holz gefestigt, die Fehlstellen mit elastischem, restauratorischem Kittmaterial gesichert. Die neue Farbfassung wurde in Schichten von hell nach dunkler aufgebaut. Als Grundton wurde der Farbton Pastellblau, abgetönt mit Weiß gewählt. Die folgenden Anstriche wurden etwas dunkler gemischt.

Der gewählte Schlusston in Blau komme dem vorherigen Farbton sehr nahe, stellt der Restaurator in seinem Bericht fest. Für die Applikationen wurden die Farbzusätze Weiß, Ocker, Feuerrot, Oxyd-Rot, Oxyd-Braun und Schwarz verwendet. Das Kreuz strahlt nun intensiver, was nicht verwundert, war der ursprüngliche Farbanstrich doch durch die UV-Strahlung der Sonne verblasst und nur noch ein Abglanz der historischen Ursprungsfarbe. Als Abschluss erhielt das Kreuz ein neues dichtes und etwas breiteres Witterungsschutzdach.

Nach der Restaurierung wird dieses besondere Objekt die Bürger als ein Zeugnis des Glaubens sicherlich noch viele Jahre erfreuen. (PM)


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