Werbung

Nachricht vom 03.10.2020    

NUV fordert transparentere Kommunikation

Mehrere Rückmeldungen gingen beim Neuwieder Umweltschutz e.V. (NUV) ein, als kürzlich acht Bäume im Sohler Weg gefällt wurden. Es handelte sich hierbei um Pflanzungen der 1980er Jahre. Zu sehen sind aktuell immer noch hüfthohe rot eingefärbte Baumstümpfe. Auf Nachfrage des NUV-Vorstandes konnten die Fachleute des SBN, Thomas Riehl und Jan Kronenberger, für einen Vor-Ort-Termin gewonnen werden.

Von links: Patrick Simmer, Christoph Menzenbach, Gustav Gehrmann, Jan Kronenberger (SBN), Thomas Riehl (SBN)

Neuwied. Die Fachleute erklärten den Neuwieder Umweltschützern Patrick Simmer, Christoph Menzenbach, Gustav Gehrmann und Norbert Faltin die Notwendigkeit dieser und ähnlicher Maßnahmen in Neuwied.

Jan Kronenberger erklärte den Anwesenden, dass die Restwandstärke der gefällten Bäume weniger als fünf Prozent betrug – bei einem der gezeigten Beispiele sogar nur noch ein Prozent. „Das stellt schon eine Gefahr für die Öffentlichkeit dar“, erklärt sein Kollege Thomas Riehl. „Wenn wir warten bis ein Baum auf ein Auto fällt, dann würden wir nachlässig handeln!“

Einige der Bäume zeigten klare Anzeichen von Fäule. „Diese Fäule wird überwiegend durch einen Pilzbefall hervorgerufen“ so Kronenberger. Für die Neupflanzungen, die in Kürze erfolgen sollen, möchte die SBN neuere Erkenntnisse einfließen lassen. So werden die Baumscheiben deutlich vergrößert, um eine bessere Wasserversorgung zu gewährleisten. Riehl meint dazu: „Was wir hier machen, soll möglichst auch 50 bis 70 Jahre halten“. Er und sein Kollege machen keinen Hehl daraus, dass die Maßnahmen rund um die Neupflanzung beträchtliche Kosten verursachen.

Je Standort kommen rund 500 Euro an Kosten zusammen. Der Baum selbst kostet dabei gerade mal 80 Euro. Der Preis ist aber durchaus erklärbar. So werden die alten Wurzeln entfernt und in die Erweiterung ein Substrat mit Hydro-Perlite eingesetzt. „Wurzeln wachsen nur dort, wo Sauerstoff ist“, erklärt Kronenberger und räumt mit dem Gerücht auf, dass die Wurzeln tief in die Erde reichen würden: „Eigentlich somit nur circa ein Meter tief“.



Dass die Fachleute der SBN in dieser Sache wissen, was sie tun, beweisen sie auch bei der Wahl der Baumsorte, die als Stadtlinde bekannt ist. Die Krone der Jungbäume wird direkt zu Beginn schon vergleichbar mit den alten Bäumen sein. Später einmal erreicht sie eine fünffache Biodiversität. „Und sie passt besser zu unserer Klimasituation“, erklärte Riehl.

Viele Bedenken konnten bei den Umweltschützern des NUV abgebaut werden. Kritisch sehen sie dennoch, dass Bäume aufgrund politischen Willens einfach „krankgeschrieben“ werden könnten. Auch ein weiterer Kritikpunkt wurde laut: „Warum wird eine solche Maßnahme nicht frühzeitig angekündigt?“, fragt der 2. Vorsitzende Patrick Simmer. Sein Vorstandskollege Christoph Menzenbach geht noch einen Schritt weiter: „Bei dem Etat für Öffentlichkeitsarbeit der SBN, sollte vielleicht auch mehr Geld für die Kommunikation mit den Bürgern bereitgestellt werden!“ Menzenbach kann zudem nicht begreifen, dass der NUV vielfach eine Sache anstoßen muss, ehe die Politik diese aufgreift: „Eigentlich sind dies doch ureigene grüne Themen!“

Thomas Riehl und Jan Kronenberger bieten der Stadtbevölkerung aber schon jetzt an, dass man zur Beantwortung von Fragen jederzeit zur Verfügung stehe. Sie möchten künftig versuchen, Baumfällaktionen frühzeitig darzustellen. (PM)



Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Kreis Neuwied mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank! Mehr Infos.



Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Unbekanntes Pedelec in Neuwied sichergestellt - Polizei sucht Besitzer

In Neuwied wurde am 22. März ein Pedelec der Marke "Moondraker" von der Polizei sichergestellt. Der Besitzer ...

Autoeinbruch in Bendorf: Zeugen gesucht

In Bendorf kam es in der Nacht von Montag auf Dienstag zu einem Autoeinbruch. Unbekannte Täter schlugen ...

Jugendbildungsfahrt: Berlin ruft die Jugend

Die Kreisjugendpflegen Neuwied und Altenkirchen laden Jugendliche ab 14 Jahren zu einer besonderen Reise ...

40 Jahre im Dienst der Gemeinde Raubach

Raubach. Seit vier Jahrzehnten ist Bernd-Gerhard Heck, im Ort liebevoll als "Gerd(i)" bekannt, eine feste ...

Generationenkino Neuwied: Ein Filmabend für alle Generationen

Am 8. April lädt das Generationenkino in Neuwied erneut zu einem besonderen Kinoerlebnis ein. Die Veranstaltung ...

Einschränkungen auf der B 413 bei Kleinmaischeid

Auf der Bundesstraße 413 bei Kleinmaischeid stehen Bauarbeiten an, die den Verkehr beeinträchtigen werden. ...

Weitere Artikel


Corona-Infektionsschutz und Energiesparen verbinden

Verbesserter Corona-Infektionsschutz durch die Überarbeitung raumlufttechnischer Anlagen (RLT) und gleichzeitig ...

Neue Freifunk-Initiative startet im Westerwald

„Freie Netzwerke und freies WLAN für alle“, so lautet der Wunsch von Freifunk und der zugehörigen Initiative ...

Neue Heimat-Jahrbuch 2021 ist erschienen

Das Heimat-Jahrbuch 2021 des Landkreises Neuwied ist soeben druckfrisch erschienen. Landrat Achim Hallerbach ...

Leserbrief: Wir stehen hinter Sven Lefkowitz

Die Unterzeichner des Leserbriefes schreiben: „In manchen Leserbriefen wurde die Integrität unseres SPD-Fraktionsvorsitzenden ...

Andrea Volk kommt zur Vorpremiere ins Bootshaus

Die mehrfach ausgezeichnete Kabarettistin, Andrea Volk, die bereits im Juli Gast auf der Kleinkunstbühne ...

Mit Haftbefehl Gesuchter ohne Führerschein unterwegs

Am Donnerstagvormittag, dem 1. Oktober, fiel Polizeibezirksbeamten der Polizei Straßenhaus, Außenstelle ...

Werbung