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Nachricht vom 02.02.2021    

Bürgerliste Neuwied: Antrag zum Insektenschutz vor Umsetzung

Gut zwei Jahre, nachdem die Neuwieder Bürgerliste den Antrag zum Schutz von Wild- und Honigbienen durch die Etscheidt-Kessler-Fraktion erstmals in den Stadtrat eingebracht hat, soll der entsprechende Maßnahmenkatalog nun endlich in der kommenden Stadtratssitzung beschlossen werden.

Insektenfotos: privat

Neuwied. Damit ist die Hoffnung verbunden, nicht nur die Bienen, sondern die Insektenwelt insgesamt zu unterstützen und so einen Beitrag zur biologischen Vielfalt zu leisten.

„Vor allem durch die Zerstörung von Lebensraum und den Einsatz von Pestiziden, aber auch durch eher unbekannte Faktoren wie Lichtverschmutzung und – wie ein Review von 79 wissenschaftlichen Studien zeigte – sehr wahrscheinlich auch durch elektromagnetische Felder wie Mobilfunkstrahlen, ist ein dramatischer Rückgang an Insekten zu beobachten, der gravierende Auswirkungen auf die globalen Ökosysteme haben wird“, begründet Dr. Jutta Etscheidt als Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste nochmals ihren Antrag vom Dezember 2018. Nach anfänglichen Verzögerungstaktiken im Stadtrat hofft die Neuwieder Bürgerliste nun, dass der Maßnahmenkatalog zum Schutz von Insekten und dadurch auch der Biodiversität auf den Weg gebracht werden kann.

Den Grünflächen der Städte als Lebensinseln für Tiere kommt immer mehr Bedeutung zu. Anstatt diese mit viel Aufwand jeden Monat zu mähen, sollen nun geeignete Flächen durch entsprechende Pflegemaßnahmen zu Insektenwiesen entwickelt und dort Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

Das erfordert viel Wissen um ökologische Zusammenhänge, wie der Diplombiologe und langjährige Biotopbetreuer des Kreises Neuwied, Günter Hahn betont. Als Mitglied der Bürgerliste sitzt er im Verwaltungsrat der SBN, die für die Umsetzung der Maßnahmen verantwortlich sind. „Bei der Entwicklung der Flächen müssen viele Faktoren bedacht werden, wie zum Beispiel die jeweiligen Bodenverhältnisse, die Lage, die Besonnung oder Beschattung und die Begleitflora. Dies entscheidet über das Vorgehen, wie Abmagerung des Bodens, Neueinsaat, Zwischenfräsen, Animpfen durch Heuablagerung oder verschiedene Mahdtermine“, erklärt der Fachmann. Dies ist unabdingbar für einen nachhaltigen Erfolg und muss im Vorfeld mit Experten besprochen werden. Ergänzt werden können die Flächen durch nektar- und pollenreiche Sträucher und Bäume, um ein vernetztes Biotop zu entwickeln.



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Genau diese, auf die jeweilige Fläche abgestimmte, differenzierte Vorgehensweise vermisst die Bürgerliste allerdings bisher in der Beschreibung der Pflegemaßnahmen. Sie hofft, dass diese Daten noch nachgetragen werden. Einzusehen sein werden die für Insekten ausgewiesenen Flächen mit den entsprechenden Daten im öffentlich zugänglichen Geoinformationssystem der Stadt, das sich diesbezüglich noch im Aufbau befindet. „Dass bei der Aufzählung der von der Stadt geplanten Insektenwiesen auch Ausgleichsflächen mit hinzugezählt werden, ist zwar etwas geschummelt, aber den Bienen wird es egal sein“, meint Dr. Etscheidt augenzwinkernd. Ausgleichsflächen müssen von Gesetzes wegen als Ersatz für zerstörte Biotope sowieso extensiv und naturnah angelegt und gepflegt werden.

„Lobend erwähnt werden muss die Vielseitigkeit des Maßnahmenkatalogs, der im Stadtrat nun zur Abstimmung steht. Hier haben sich Verwaltung und SBN viel Arbeit gemacht und auch viel vorgenommen“, fasst Dr. Etscheidt die Beschlussvorlage zusammen und freut sich, dass viele ihrer Vorschläge übernommen wurden. Der Maßnahmenkatalog sieht unter anderem die Anlage von Trockenmauern, Totholzhaufen, Blühwiesenkorridore, groß angelegte Pflanzaktionen von Wildzwiebeln und Bienenstauden, den Verzicht auf Pestizide im öffentlichen Grün, Erhalt und Neupflanzung von bienennützlichen Bäumen und Hecken sowie die Anlage von Nistmöglichkeiten vor.

Unterstützt werden soll das Ganze durch eine Liste bienenfreundlicher Pflanzen für den eigenen Garten und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit. Bezüglich der Nistplätze bittet Günter Hahn zu beachten, dass etwa Zweidrittel aller Wildbienen im Boden brüten und oft nur kurze Strecken bis zu ihren Nahrungsquellen zurücklegen können.

Die Neuwieder Bürgerliste wird das Projekt nach Zustimmung durch den Stadtrat mit Vorortbesichtigungen begleiten und hofft, dass sich viele kurzgeschorene Rasenflächen bald in ein Blütenmeer verwandeln.
Pressemitteilung der Bürgerliste Neuwied


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