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Nachricht vom 09.02.2024
Region
Im bunten Gefecht um das Neuwieder Rathaus darf Oberbürgermeister Einig abdanken
Konfettikanonen, Trommelklänge, bunte Kostüme und Waffengeklirr: Was klingt wie ein spannungsgeladener Film, spielte sich zur Mittagszeit des 10. Februars vor dem historischen Rathaus in Neuwied ab. Auch in diesem Jahr hatten die Bürokraten keine Chance, sich gegen eine Eroberung durch die Narren zur Wehr zu setzen – trotz eines großen Gegen-Aufgebots.
Trotz großer Bemühungen konnte die Neuwieder Ehrengarde den Konfettistürmen der närrischen Truppen nicht genug entgegensetzen – und das historische Rathaus wurde gestürmt. Fotos: Lara Jane SchumacherNeuwied. Mit leuchtenden Augen und in schillernden Kostümen, die dank des milden Wetters nicht einmal von Jacken verdeckt werden mussten, warteten zahlreiche Schaulustige am Vormittag des 10. Februars gespannt auf das alljährliche Spektakel, welches sich aus der Ferne schon mit den Klängen des Musketiercorps Neuwied ankündigte. In Begleitung der musikalischen Unterstützung marschierten die närrischen Truppen, bestehend aus den „Streitkräften“ diverser heimischer Karnevalsgruppen, auf den Rathausplatz und positionierten sich. Ihr Ziel: Oberbürgermeister Jan Einig in Ketten legen, den Rathausschlüssel überreicht bekommen und somit die altbekannte Ordnung in der Karnevalszeit außer Kraft zu setzen.

Nach einer kurzen Begrüßung und Anmoderation des Ehrengardisten Fredi Winter folgte in diesem Jahr aufgrund einer fehlenden offiziellen Nachfolge des Prinzenpaares direkt die Vorstellung der Kinderprinzengarde, welche mittels eines kleinen Gedichts zu Frieden und Freiheitsrechten auch einen kurzen Moment der Andacht in die unterhaltsame Veranstaltung einbrachten.

In hitzigen, darauffolgenden Wortgefechten wurde zunächst mit mündlicher Verhandlung und Bestechungsversuchen probiert, eine Kapitulation beider Seiten zu bewirken – was selbstverständlich nicht von großem Erfolg gekrönt war. Daher riefen schon nach kurzer Zeit Generalfeldmarschall Sascha Faber seine närrischen Truppen und Kommandeur Alexander Wertgen seine Ehrengarde zum erbitterten Gefecht auf. Was daraufhin folgte, war eine bunte Schlacht voller Konfettikanonen (in groß und in klein) und strahlenden Gesichtern gefüllt von Kampfgeist auf beiden Seiten.

Wie auch in den Jahren zuvor, war jedoch jede Bemühung und jeder verteidigende Kanonenschlag der Neuwieder Ehrengarde nicht von Erfolg gekrönt, was diese schweren Herzens auch einsehen mussten. Nach einer halben Stunde gaben sie sich geschlagen, die weiße Fahne wurde gehisst und ein in Ketten gelegter Oberbürgermeister überreichte zähneknirschend den Rathausschlüssel und ein ziemlich schwach gefülltes „Stadtsäckel“ an die Festausschuss Präsidentin Claudia Balmes.

Den Sieg der Narren ließen vielen von ihnen im Anschluss noch mit wohlverdienten Feierlichkeiten gemeinsam auf dem Rathausplatz ausklingen. Lara Jane Schumacher
       
   
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