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Nachricht vom 08.09.2016
Region
Umweltbericht des Landkreises zum Thema Landwirtschaft
Mit dem neu erschienenen Umweltbericht unter dem Schwerpunktthema Landwirtschaft möchte die Kreisverwaltung insbesondere auch jungen Menschen darstellen wie Landwirtschaft Landschaft gestaltet und in großem Maße unsere Heimat prägt. Der neue Umweltbericht ist bei der Kreisverwaltung Neuwied kostenlos erhältlich.
Den Umweltbericht Teilbereich Landwirtschaft präsentieren im neuen artgerechten Rinderstall der Familie Quiring in Rüscheid: v.li. Achim Hallerbach, Hella Holschbach, Dr. Johannes Noll, Hans Joachim Röder, Ulrich Schreiber, Friederike Krick und Priska Dreher. Foto: Kreisverwaltung NeuwiedKreis Neuwied. „Ich hoffe, mit diesem fünften Umweltbericht Einsicht in und Verständnis für unsere Landwirtschaft als einer unserer wichtigsten gesellschaftlichen Säulen wecken zu können“, umschreibt Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent des Landkreises Neuwied das Anliegen, in dem neuen Bericht das Thema Landwirtschaft aufzuarbeiten.

Die Landwirtschaft befindet sich seit Jahren in einem rasanten Wandel. Der Wandel wird sehr stark durch die Regelungen auf europäischer Ebene beeinflusst. Von den Hungerjahren nach dem letzten Weltkrieg in dem die Sicherstellung der Ernährung der Bevölkerung im Mittelpunkt stand bis hin zur Agrarreform 2014 , bei der immer mehr auch die Leistungen für Klima- und Umweltschutz, für eine umweltschonende Bewirtschaftung honoriert werden.

Die Landwirtschaft im Kreis ist im besten Sinne noch bäuerlich strukturiert. Doch gab es hier auch rasante Entwicklungen zu verzeichnen. In den letzten vierzig Jahren hat sich die Anzahl der Betriebe um 85 Prozent reduziert. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt heute bei 43 Hektar. Der Viehbestand im Kreis ist stark zurückgegangen. Bei den Rindern hat sich der Bestand seit 1950 fast halbiert, bei den Schweinen ist die Entwicklung noch extremer. 2010 wurden nur noch 13 Prozent der Schweine im Vergleich zu 1950 im Kreis aufgezogen. Es werden daher unter 10 Prozent des Schweinefleisches, das im Kreis konsumiert wird, heute auch hier produziert.

Ein großes Problem für die Landwirtschaft ist der stetige Flächenverlust. In den letzten vierzig Jahren sind der Landwirtschaft im Kreis über 4.000 Hektar Fläche verloren gegangen.

In dem Bericht sind konkrete Reportagen über einzelne Betriebe eingestreut, um der Landwirtschaft im Landkreis ein Gesicht zu geben. Die Reportagen zeigen, dass die Bauern mit der Landwirtschaft und der Region eng emotional verbunden sind und dass in den bäuerlichen Familien das Denken über Generationen hinweg stark verankert ist.

Die Qualitätssicherung in der Lebensmittelproduktion befindet in Deutschland auf einem hohen Niveau. Für die Verbraucher sind in dem Bericht unterschiedliche gesetzliche und freiwillige Prüfsysteme aufgezählt.

Naturschutz und Landwirtschaft können in regionalen Bereichen durchaus zueinanderfinden. Beispiele aus verschiedenen Teilen im Kreis belegen dies.

„Ich bin der Meinung, dass es alle Anstrengung lohnt, um die bäuerliche Landwirtschaft in unserem Landkreis auf dem heutigen Niveau zu erhalten und regionale Kreisläufe zu stärken.“ so das Fazit von Achim Hallerbach.
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